Society of Rudeness
The verification mission - Druckversion

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RE: The verification mission - Nikola Larkin - 13.10.2020

„Sir“, bestätige ich knapp und senke den Kopf. Mein Blick trifft die Kappen meiner polierten Schuhe. Ich zögere nur einen Moment, so dass ich Anis die Möglichkeit zur Aktion gebe. Würde er aufstehen, wäre es selbstverständlich meine Pflicht ihm den Vortritt zu lassen. Aber er macht keine Anstalten dazu und seine Anweisung auf der anderen Seite war eindeutig gewesen. Also scheint er fürs erste im Abteil zurückbleiben zu wollen. Eine gute Entscheidung, bedenkt man das Gedränge, dass sich unmittelbar nach dem Halt auf dem Bahnsteig ergeben wird. Ein Gedränge aufgrund dessen ich es eilig habe, möglichst zügig den Gepäckwagon zu erreichen. Ich wende mich also halb ab und öffne die Türe, lasse Asya zuerst hindurch. Sie wechselt schlicht die Position und setzt sich auf den Gang. Im Anschluss warte ich, dass der Junge mit seinem Daemon folgt. Bisher hat der sich zwar anständig benommen, aber ich habe ihn trotzdem lieber im Blick als in meinem Rücken.
 
„Da entlang“, weise ich dem Jungen den Weg. Noch immer kenne ich seinen Namen nicht. Früher oder später sollte ich ihn wohl danach fragen, schon aus rein praktikablen Gründen. Aber fürs erste bleibt keine Zeit für Konversation. In der Anwesenheit meines Bruders hatte ich mich viel zu lange aus meiner Rolle geflüchtet. Ich habe Schwierigkeiten mich direkt wieder darin einzufügen. Asya dagegen reagiert schon seit der Junge uns begleitet, als hätte man einen Schalter umgelegt. Was auch immer sie mir vorwerfen mag, aber in diesen Momenten wirkt sie so viel besser für diese Arbeit gemacht. Oder… vielleicht nicht die Arbeit, sondern das Leben an sich – während ich immer ein Stück weit der hoffnungslose Träumer von uns beiden bleiben werde. Sacht berühre ich das weiche kurze Fell an der Kuhle hinter Asyas Schädel und nur einen Moment drückt sie den Kopf gegen meine Handfläche.
 
Wir erreichen den Gepäckwagen, den Jungen und seinen Katzendaemon mit uns. Halb habe ich ja erwartet, er würde kaum dass der Bahnsteig in greifbare Nähe käme das Weite suchen, doch noch bleibt er bei uns. Ich löse Anis‘ und mein Gepäck aus. Meinen Koffer gebe ich an den Jungen weiter. Er braucht eine Aufgabe und während ich zwar inständig hoffe, dass er nicht gerade damit türmt, kann er nicht besonders viel kaputt machen, wenn er meinen Koffer trägt. Es ist ja nicht so als hätte ich ihm im Unverstand Anis‘ Koffer anvertraut.
 
Es gibt noch eine Aufgabe zu erledigen, bevor ich Anis am Bahnsteig abholen kann. An und für sich wäre der Part ab hier einfach. Vor dem Bahnhof wird bereits ein Wagen des Magisteriums stehen und darauf warten uns samt Gepäck zu unserem Bestimmungsort zu fahren. Anis vertritt einen Chaplain. Natürlich habe ich dafür gesorgt, dass er so komfortabel und reibungslos, wie möglich reisen kann. Nicht weniger steht ihm zu. Inzwischen jedoch verfluche ich es diese Vorkehrungen getroffen zu haben. Es gibt da nämlich einen Haken an dieser Sache, der mir Kopfzerbrechen bereitet, seit Anis entschieden hat den Jungen bei uns zu behalten. Etwas, das damit zusammenhängt, was der Junge erzählt hat – und der wilden Richtung in die das im Folgenden verlaufen war. Eine Richtung, die besser in größtmöglichen Stillschweigen verweilen sollte. Und an dieser Stelle kommt der besagte Haken. Ein Bediensteter des Magisteriumssitzes in Sheffield wird den Wagen fahren – und Bedienstete sind in dieser Hinsicht alle gleich, egal ob sie nun für den Adel, wohlhabende Bürgerliche oder die Kirche arbeiten. Glaub mir, ich gehöre selbst dazu. Ein an und für sich tristes Leben wird durch Klatsch und Gerüchte bunt nachgezeichnet. Etwas das schlicht betrachtet ärgerlich ist, aber doch bedeutungslos, solange wilde Diskussionen und geflüsterte Munkeleien in Küchen und Dienstbotenquartieren bleiben. Doch so strikt die Trennung zwischen below und above auch wirken mag – sie wird erstaunlich durchlässig sobald es um eine menschliche Vorliebe geht, die wohl alle Schichten verbindet: Sich über andere das Maul zerreißen. Es ist einer der Gründe, weshalb ich gut darauf Acht gebe, was ich über andere sage. Weniger meine Integrität und dem Anspruch der gelobten – und so viel mehr erhofften – Verschwiegenheit meiner Profession als Valet gerecht zu werden (denn sind wir einmal ehrlich, bedenkt man meine Verpflichtung gegenüber Father Ibrim kann ich mir darauf wenig einbilden). Nein, es ist viel mehr die Tatsache, dass ich ein kleines – oder Asya zu Folge größeres – Problem damit habe, die Dinge unter Kontrolle haben zu wollen. Und wenn es um Tratsch geht, tut man am besten darin gut zuzuhören, aber nie ein Wort zu sagen – denn du weißt nie wohin es deine Worte trägt. Leider bringt mich besagtes Problem mit dem Kontrollzwang dazu, dass ich heute einmal zu viel organisiert habe. Besser ich hätte keinen Wagen des Magisteriums hier her geschickt. Hier wo ein unerwünschtes Paar Augen direkt einen Blick auf den Jungen würde werfen können, der vorerst besser unerwähnt blieb. Ein Junge der derart ungewöhnlich in Begleitung eines hohen Herren wie Anis wirken wird, dass unter Garantie das Gerede darum laut werden wird…
 
Ich bleibe unter dem Vordach des Bahnhofes stehen, bevor wir hinaus auf die Straße treten. „Warte hier einen Moment“, weise ich den Jungen an und stelle Anis Koffer bei ihm ab. Ich sage nicht: Ich werde dich im Blick behalten. Ich stoße keine unnötige Warnung aus. Asya wird ihn und seinen durchtriebenen Katzendaemon nicht aus dem Blick lassen. Sollte er sich an den Koffern zu schaffen machen, würde er es bereuen. Aber das muss er nicht wissen. Es mag harsch sein, so gut wie der Junge sich bisher benommen hat, doch damit was er ist, hat das nichts zu tuen. Ich vertraue kaum einem Menschen. Aber ich bevorzuge es, wenn ihnen das nicht bewusst ist. Sie fühlen sich erfahrungsgemäß allzu leicht verletzt dadurch. Dabei ist das nichts persönliches. Ich mache niemanden einen Vorwurf daraus sich selbst an erster Stelle zu dienen – ich nehme mir nur schlicht heraus dasselbe zu tun. Mein Blick geht die Reihe der Wagen die am Straßenrand vor dem Bahnhof parken entlang. Als ich damals vor annähernd zwanzig Jahren in den Zug stieg, um meiner Einberufung in die ehemaligen Kolonien zu folgen, hatte sich noch zahlreiche Droschken unter die motorisierten Wagen gemischt, inzwischen sind sie annähernd aus dem Straßenbild verschwunden. Vor dem Bahnhof in Sheffield wartet nicht eine. Dafür ein paar dunkle Wagen die Fahrdienste gegen Geld anboten. Mit deutlichen Unterschieden in Ausführung und Instandhaltung die Wagen derer, die wohlhabend genug waren sich einen angestellten Fahrer leisten zu können, der sie oder ihre Gäste am Bahnhof erwartete. Und unter ihnen der Wagen des Magisteriums. Ich gehe darauf zu, behalte aus dem Augenwinkel die freien Wagen im Blick. Auch unter ihnen gab es Abstufungen. Ich wollte nichts zu Schäbiges, es sollte Anis angemessen sein, aber ich wollte gleichzeitig nichts was bei einer Fahrt durch die Stadt herausstach (und das kein Vermögen kosten würde), wenn wir eine Unterbringung für den Jungen suchen würden.
 
Ich erreiche den Wagen des Magisteriums. Der Junge ist noch in Sichtweite und ich weiß ohne hinzusehen, dass Asya ihn im Blick behält, doch ich erwarte kaum, dass man ihn mit mir in Verbindung bringt. Tatsächlich bemerkt der Fahrer mich erst, als ich vor seinem Wagen stehe. Er öffnet die Türe. Ich bemerke seine Verwirrung darüber, dass ich kein Gepäck bei mir habe. Er ist ein älterer Mann. Sein Daemon in Gestalt eines Flughundes hängt träge von der Dachverkleidung des Wagens. Bedauernd zucke ich mit den Mundwinkeln, tue so als täte mir das tatsächlich leid. Ich werde nur zwei Tage hier verbringen, aber es gibt keinen Grund mich unnötig unbeliebt zu machen. „Mr. Langdon hat inzwischen andere Pläne“, informiere ich den Fahrer, „Ihre Dienste werden nicht benötigt.“ Der alte Mann sieht mich einen Moment aus tiefen graugrünen Augen an. Augen, die schon eine Menge gesehen haben. Er kennt die exzentrische Lebensführung der hohen Herrschaften und das hier ist nichts ungewöhnliches für ihn. Er nickt nur. Er braucht keine Erklärung. Wahrscheinlich vermutet er aus gutem Grund, dass ich die Beweggründe meines Herren ebenso wenig kenne. Wir sitzen im selben Boot in diesem Moment, der Fahrer und ich. Beide abhängig von etwas, das uns nie als ebenbürtig sehen wird, uns das Leben untereinander nicht noch schwerer zu machen, ist das beste was wir tun können. Das ist es, was ich darin zu sehen meine, dass der Fahrer mir schlicht zunickt, die Türe wieder schließt und davon fährt. Es ist ein trügerisches Gefühl von Kameradschaft, das weiß ich, aber es ist das letzte, das mir geblieben ist.
 
Ich drehe mich um und behalte nun meinerseits den Jungen im Blick während ich Asya die Chance lasse die Wagen zu betrachten. „Welchen?“, murmle ich ihr zu, kurz bevor wir den Jungen erreicht hatten. „Den dritten in der Reihe von hinten.“ Ich schweige. Ich hätte den fünften bevorzugt, aber ich vertraue Asya in dieser Hinsicht mehr als mir selbst. Wir kommen wieder bei dem Jungen an. Aus der Tasche krame ich ein paar Münzen. Der Junge wird sie womöglich als eine Art Anzahlung brauchen, um seine Glaubwürdigkeit trotz des jungen Alters und seines wilden Aussehens zu etablieren, wenn er… „Der dritte Wagen in der Reihe von hinten. Es ist ein Taxicab. Gehe zu ihm und frage den Fahrer, ob er noch frei ist. Du reist mit deinem Herrn und seinem Valet und sollst einen Wagen organisieren, ja? Dann los, ich warte hier auf dich.“ Damit drücke ich dem Jungen das Geld in die Hand. Ist er überzeugend benötigt er es vielleicht gar nicht. Aber es konnte ebenso gut sein, dass der Fahrer im nicht Glauben wird, bevor er etwas Bares gesehen hat. Nachdem ich den einen Wagen weggeschickt habe, will ich nicht direkt damit gesehen werden einen anderen mit Gepäck zu beladen. Außerdem ist es eine weitere Prüfung für den Jungen. Die Koffer hat er nicht ausgeräumt. Aber was würde er mit einer Handvoll Geld tun?


RE: The verification mission - Rory Evening - 17.10.2020

Mein Katzendaemon schmiegt sich an mich. Während mein Blick abwechselnd zwischen den beiden Männern hin- und her gleitet. Ich würde also Larkin mit dem Gepäck helfen. Wie ein Kofferboy, geistert es durch meine Gedanken. Meine Gedanken behalte ich jedoch für mich und folgte Larkin auch schon hinaus. Zuerst aus dem Abteil, in drm nur noch der Ältere mit seinem Daemon zurück bleibt. Ich kann es dann doch nicht verhindern das mein Blick für einen kurzen Augenblick über meine Schulter zurück in Richtung des Älteren gleitet.

Schließlich dringt auch schon Larkins Stimme an mein Gehör und ich setze mich augenblicklich in Bewegung. Durch die Abteile, bis schließlich jenes Abteil erreicht wird, in dem sich die Koffer der Reisenden befinden. So viel Gepäck, geistert es durch meine Gedanken. Doch weitere Gedanken kann ich mir schon gar nicht mehr machen. Denn da wird mir einer der Koffer in die Hände gedrückt. Unbewusst kralle ich meine Finger um den Griff des Koffers und blicke mit großen Augen zu Larkin empor. Doch dieser scheint meinen fragenden Blick nicht kommentieren zu wollen. Und so folge ich ihm schließlich schweigend hinaus aus dem Bahnhof. Den Koffer schleppe ich hinter mir her. Fehlt nur noch das ich den Koffer hinter mir her ziehe. Da huscht doch tatsächlich ein leichtes Grinsen über meine Lippen. Als ich artig unter dem Vordach warte und meinen Blick auf den umhereilenden Menschen ruhen lasse. Während es sich Gloria direkt auf dem Koffer gemütlich gemacht hatte und von dort oben gar hoheitsvoll ihre Umgebung im Blick behält.

Das Gespräch zwischen Larkin und dem Mann sn dem dunklen Wagen kann ich nicht verstehen. Was ich jedoch deutlich spüre ist der Blick seines Daemons und eben jenem Daemon strecke ich kurzerhand die Zunge heraus. Bäh! Dabei ist es mir egal was die anderen über mein kindisches Verhalten denken. Im nächsten Moment dringt Larkins Stimme erneut an mein Gehör. Jedoch gilt mein Blick eher den Münzen die mir entgegen gehalten wurde.
“Eine Kleinigkeit für mich Sir.“
Erwiedere ich mit schelmisch blitzenden Augen und umklammere die Münzen. Als ich mich in Begleitung Glorias den Taxiwagen nähere.

Nur wenige Schritte später erreiche ich vorgeschlagenes Taxicab und spreche den Fahrer an. Die Münzen halte ich noch im Verborgenen.
“Entschuldigen Sie Sir. Mein Herr und sein Valet suchen eine standesgemäße Reisemöglichkeit. Und da wurden Sie mir empfohlen. Sie sind doch noch frei, oder?“
Lieblich lächle ich zu dem sichtlich überrumpelten Taxifahrer empor. Bis dieser schlueßlich nickt. Und ich dankend nicke. Dann drehe ich mich in Richtung des Valets und winke ihm zu. Das Taxi ist für den Älteren reserviert.


RE: The verification mission - Nikola Larkin - 17.10.2020

„Du hättest härter zuschlagen sollen“, urteilt Asya während wir dem Jungen hinterher sehen. Sie hat den Kopf schief gelegt, als gäbe es tatsächlich etwas abzuschätzen. Dabei ist das nicht wirklich ein Mysterium. Der Junge weiß jetzt von wem sein weiteres Schicksal abhängt und das bin sicher nicht ich. Er wäre dumm, würde er das nicht gegen mich verwenden, von mir verspricht er sich schließlich nichts. Ich werde ihm auf andere Art zeigen müssen, dass es günstiger für ihn wäre sich mir gegenüber zu benehmen. Es wäre mir dennoch lieber gewesen, er wäre einfach weitsichtig genug, sich die Konsequenzen auszumalen, anstatt dass ich sie ihm würde einprügeln müssen. Dabei war ich einmal nicht viel anders gewesen. Rik und ich hatten auch nur respektiert, wer hart genug hatte zuschlagen können. Bis irgendwann keiner mehr geschafft hatte uns Grenzen aufzuzeigen, schon gar keiner der Hausdiener, als die wir nie hatten enden wollen. Es hat uns zum Militär getrieben, da waren wir nicht viel älter als der Junge gewesen. Nachsicht hatte nur Schwäche für uns dargestellt damals. „Ich weiß“, seufze ich daher. In diesem Moment winkt der Junge mir zu. Ich brauche tatsächlich einen Augenblick um zu begreifen, dass er mich zu sich und dem Wagen rufen will. Selbst für einen Straßenbengel ist das tollkühn. Für was hält er mich? Einen Gleichaltrigen mit dem er einen Coup drehen will? Ich schüttle bei mir den Kopf. „Eindeutig“, schließt Asya mit einem spöttischen Schnauben ihre Beobachtung ab. Ich spiele mit dem Gedanken mich demonstrativ wegzudrehen, den Jungen dazu zu zwingen zu mir zu kommen, wenn er mir etwas verständigen will. Aber ich habe keine Zeit für solche Erziehungsmethoden. Also nehme ich die Koffer und gehe zu dem Wagen hinüber. Ich grüße den Fahrer mit einem Nicken. Er betrachtet mich aufmerksam und ich mustere ihn ebenfalls. Jeder versucht den anderen mit wenigen Blicken einzuschätzen. Für ihn hängt davon ab ob diese Fahrt für ihn lohnenswert wird oder ihm nur Schwierigkeiten einbringt. Für mich hängt die ordentliche Ausführung meines Jobs auf dem Spiel – und in diesem speziellen Fall noch mehr als das. Schließlich steigt der Fahrer aus. Einen Feuersalamander auf der Schulter sitzend. Wir haben also einen Pakt geschlossen. Er wird fahren. Der Junge hat wenigstens das Ergebnis betreffend gute Arbeit geleistet. Die Art und Weise ist ein anderer Fall.
 
Der Fahrer hilft mir das Gepäck zu verstauen. „Warten Sie bitte einen Moment“, weise ich ihn an, er wird sich denken können, dass ich meinen Herrn benachrichtigen muss. Ich warte, bis er wieder in seinem Wagen verschwunden ist. Dann wende ich mich dem Jungen zu und packe ihn unvermittelt am Kragen des Jackets, das ich ihm selbst besorgt habe. Ich drehe die Faust, ziehe ihn aufwärts, bis er nur noch auf den Zehenspitzen Luft würde schnappen können. Kontinuierlich dränge ich ihn dabei rückwärts, so dass er kaum Gelegenheit hat, sich zu wehren, ohne gleichzeitig auch noch den letzten Halt unter den Füßen zu verlieren. Mit der freien Hand nehme ich ihm das Geld wieder ab. Dann verpasse ich ihm eine harte Ohrfeige und stoße ihn endgültig von mir. „Ich bin nicht dein Laufjunge. Wenn du mir das nächste Mal etwas mitzuteilen hast, kommst du zu mir, nicht andersherum.“ Ich sehe einen Moment auf ihn hinab, schweigend. Warte auf die Widerworte, die ihm endgültig Prügel eingebracht hätten, aber ich habe keine Zeit, das wirklich zu Ende zu bringen. „Warte am Wagen“, meine ich in neutralem Tonfall und wende mich ab.
 
Zügig mache ich mich auf dem Weg zurück zum Bahnsteig. „Zufrieden?“, zische ich Asya zu. Sie leckte mir die brennende Handfläche, ich ziehe sie weg. „Etwas“, antwortet sie stattdessen kichernd. Sie ist dermaßen schlecht darin zu Verbergen wie amüsiert sie davon ist, wie schwer mir etwas so selbstverständliches fällt, wie ein ungezogenes Kind zu schlagen. Viel zu vergnügt trabt mein Daemon neben mir her, während ich nach Anis Ausschau halte.
 
Ich entdecke ihn, zögere kurz, weiß nicht was er erwartet, wie ich ihn ansprechen soll und ende doch bei einem gewohntem: „Sir.“ Dabei senke ich kurz den Kopf, weise ihm dann den Weg. Und doch… kann ich nicht dabei bleiben. Aufmerksamkeit auf meine Arbeit zu lenken ist mir fremd. Ich genieße die Selbstständigkeit die darin liegt, die Vielzahl eigenständiger Entscheidungen von denen optimalerweise nie jemand erfährt. Allein das Allernotwendigste mit einem Herrn abzusprechen ist, wie ich es gewohnt bin und das macht diesen Teil noch unangenehmer für mich. Aber ich habe einen Wagen des Magisteriums bestellt gehabt und nun wieder weg geschickt. Unwahrscheinlich, dass Anis etwas bemerken würde. Was dagegen durchaus möglich ist, ist dass man ihn darauf ansprechen würde. Nicht sehr wahrscheinlich und ich könnte pokern. Aber es ist nicht ausgeschlossen und es wäre ungerecht Anis jede Chance zu nehmen in diesem Fall vorbereitet zu sein. Ich räuspere mich, werde mir zum ersten Mal der Möglichkeit bewusst, dass er meine Entscheidungen missbilligen könnte, aber damit muss ich nun leben. „Ich hatte einem Wagen des Magisteriums mitgeteilt, wann er… dich… abholen soll. Ich habe ihn nun weggeschickt, ich sagte ihm du hättest deine Pläne geändert. Ich dachte ein… unabhängiger Wagen wäre… besser. In diesem Fall.“ Ich kann Anis nicht zwingen mir darin zuzustimmen und es wäre unangemessen zu versuchen ihn zu überzeugen, ihm meine Beweggründe zu erklären. Es ist nun mal der Stand der Dinge und ich bin auf den Tadel gefasst.


RE: The verification mission - Anisim Langdon - 04.11.2020

Ein knappes Sir, wie es sich gehört, dann haben mein Bruder und der Junge das Abteil verlassen. Stille umgibt mich. Nur von draußen dringt das Pfeifen des stillstehenden Zuges zu mir herein, während auf dem Gang in immer kürzeren Abfolgen Schritte an den Abteilen entlang hasten. Noch mehr Bedienstete auf dem Weg zum Gepäck ihrer Herren. Und sicherlich die ersten Fahrgäste, die hinaus auf den Bahnsteig drängen. Ich bin froh um die Ruhe in meinem Abteil. Froh darum allein zu sein. Als könnte ich zum ersten Mal tief atmen. Und trotzdem drückt etwas auf meine Brust. Ich schließe die Augen. Zu viel Schmerz hinaus zu sehen.

„Du bereust es.“ Nascha. Ich halte die Augen geschlossen. Mein Daemon ist ein Monster. Hätte sie nicht einfach schweigen können? Es kostet mich zu viel Kraft die Augen zu öffnen, ich lasse es bleiben und atme tief durch. „Was bereue ich?“, frage ich schließlich nach und selbst in meinen Augen klinge ich unendlich müde und entnervt. Nascha dagegen ist die Disziplin und Ruhe selbst. „Den Jungen mitgenommen zu haben, das Wochenende, alles.“, fasst sie es treffend zusammen. Sie ist schrecklich impertinent. Ich atme tief aus. Was hat es noch für einen Zweck zu widersprechen, sie kennt mich zu gut, kennt meine Gefühle längst. Ich hasse es dennoch, dass sie Recht hat und versuche daher es nicht direkt zuzugeben. „Ich kann das Wochenende nicht bereuen. Die Entscheidung lag nicht in meiner Macht.“„Das tat sie und das weißt du.“ Tiefes Ausatmen meinerseits. Aber ich fühle mich so kraftlos und leer, dass ich nicht einmal Wut auf sie empfinden kann. Nur träges Ungemach. „Das hat sie nicht. Ich hätte Davies schlecht absagen können.“„Das hättest du.“„Und wer hätte dann die Beleidigte gespielt?“ Jetzt öffne ich doch die Augen und sehe sie finster von der Seite an. Ich weiß nicht was mit dieser Eule los ist. Sie war es doch, die mich beinahe erpresst hat, damit sie ihre Schwester wiedersehen kann und bis vor einer halben Stunde wäre sie sogar bereit dazu gewesen, Asya und Nico einfach in den Wind zu schießen um unserer beider Gewissen zu retten. Ich beginne mich vor ihr zu ekeln. Ich spüre wie sich meine Nasenflügel blähen. Sie schnäbelt unzufrieden auf meiner Schulter. „Du hättest es trotzdem gekonnt.“ Ich schnaube. „Als ob.“ Damit stehe ich auf und erkläre die Unterhaltung für beendet.

Nascha stößt sich von meiner Schulter ab und flattert auf eine der Hutablagen an den Seitenwänden des Abteils. Von dort oben sieht sie nüchtern und ausdruckslos dabei zu wie ich mein Jacquet und die Weste darunter glatt ziehe. Ich werfe einen Blick auf meine Taschenuhr, dann stecke ich sie wieder weg, hole kurz mein Taschentuch aus der linken inneren Brusttasche und wische mir damit kurz über das Gesicht als könnte das irgendetwas helfen. Dann stecke ich es wieder weg. Meine Tücher sind aus einfachem Leinenstoff. Ich weiß, ein Mann in meiner Stellung hätte sich feine Seidentaschentücher mit seinen Initialen darauf leisten können, aber auf meinen ist nur das Wappen des Magisteriums eingestickt. Alles andere hätte sich für mich nicht angemessen angefühlt. Schließlich schnippe ich ohne zu Nascha hochzusehen. Sie gehorcht aufs Wort und flattert zurück zu ihrem Platz auf meiner Schulter. Während sie noch die Flügel sortiert öffne ich die Tür des Abteils und sehe hinaus auf den Gang.

Es ist ein schöner Zug, mit großen Schal- und Gardinenumrahmten Fenstern an den Gängen, dunkler Holzvertäfelung und angenehm edlen Messingknäufen an den Türen. Der Strom an Fahrgästen hat deutlich abgenommen. Ich nutze eine Lücke um den Gang zu betreten und mich auf dem Weg zur Tür einzureihen. Ich fühle wie mir die Haare in die Stirn fallen und klemme sie hinter meine Ohren. Nascha beginnt verträumt in den Strähnen herum zu knabbern. Ich verpasse ihr einen leichten Klaps und sie lässt es bleiben. Trotzdem schenke ich ihr einen Seitenblick und lasse meine Hand kurz über ihr Gefieder gleiten. Es ist nur ein kurzer Moment, den ich mir nur deshalb gönne weil niemand zugegen ist, der mich kennt und es sehen könnte und… weil Nascha nichts sagen kann. Es hilft. Und es zerstört gleichermaßen. Es gibt mir Halt sie zu fühlen. Und gleichzeitig versetzt es mir den tiefen Wunsch zu fliehen. Einfach wegzurennen, wie ein Schuljunge, der nicht nach Hause möchte. Beine in die Hand nehmen und weg. Die Welt hinter mir lassen. Verschwinden in scandinavischen Wäldern fern jeder Zivilisation. Ich atme tief durch, dann ist der Moment vorbei.

Ich trete hinaus auf den Bahnsteig und Nascha sitzt wieder kerzengerade auf meiner Schulter um mühelos meine Bewegungen auszubalancieren. Kurz sehe ich mich nüchtern kritisch auf dem Bahnsteig um, ob ich Larkin und den Jungen… Nico und den Jungen irgendwo entdecken kann. Nichts. Nur zahlreiche Menschen, die von hier nach da strömen. Ich arbeite mich zu den Mittelpfeilern durch wo ich etwas im Schatten der vorbei strömenden Menschen und ihrer Daemonen bin. Ich bin froh darum, dass sich mein Moment der Ruhe verlängert. Auch wenn die Geräusche hier draußen lauter sind, der Geruch nach Ruß intensiver. Ich ziehe eine flache Dose aus der rechten Innentasche meines Jacquets und klappe es auf. Darin finden sich kurze englische Zigaretten, kaum länger als mein kleiner Finger. Ich nehme eine heraus, klappe die Dose zu und lasse sie wieder verschwinden. Dann ziehe ich ein Taschenfeuerzeug aus der selben Tasche, lasse es kurz aufschnappen und entflammen. Die Zigarette beginnt zu glimmen. Also töte ich die Flamme und lasse das verschlossene Feuerzeug ebenfalls wieder verschwinden. Zwischen Daumen und Zeigefinger führe ich die Zigarette an meine Lippen und nehme mit angestrengt hochgezogenen Mundwinkeln und verkniffenem Gesichtsausdruck den ersten tiefen Zug. Eine Erlösung.

Ich mag den Geschmack nicht. Alles was ich mag ist die Wirkung. Man raucht Zigaretten in Gesellschaft. Sie sind Zeitvertreib und ein Teil des Anstandes, ja fast des guten Tons. Aber wenn ich rauche, dann rauche ich lieber wie die Kohlenschieber auf der Straße. Zwischen Tür und Angel, die wenigen Minuten der Pause nutzend, die mir bleibt. Es ist etwas für mich. Wie eine Versicherung an mich selbst, dass alles gut ist. Also stehe ich da auf dem Bahnsteig und rauche. Nascha hält während dessen Wache, ohne dass ich sie dazu angewiesen hätte. Wahrscheinlich geht ihr Beschützerinstinkt mit ihr durch. Ich habe schon versucht sie davon abzubringen aber sie kann wohl nicht anders. Als würde ich etwas verbotenes tun beobachtet sie die Menschen und Daemonen, die an uns vorbei ins Innere des Bahnhofs ziehen. Wenn man sie so ansieht könnte man meinen ich sei ein Krimineller in Erwartung einer zwielichtigen Lieferung. Für den Moment ist es mir egal. Mir tut die Ruhe gut, die aus dem kleinen glimmenden Stück Papier und Tabak zwischen meinen Fingern in mein Inneres strömt. Ich ahne, dass ich an diesem Wochenende viel rauchen werde.

Nascha zischt leise. Ich nehme noch einen Zug ohne auf sie zu hören, auch wenn ich sie durchaus wahrgenommen habe. Ich habe die Ruhe gerade zu nötig. „Nico und Asya.“, sagt sie schließlich als ich nicht auf sie höre. Ich bleibe trotzdem ruhig, fühle dem Gefühl in mir nach. Dann erst lasse ich sacht den Zigarettenstummel zu Boden fallen und trete ihn mit dem Schuh aus. Ich lasse den letzten Rauch entweichen als Nico bei mir ankommt. Sein Erscheinen beendet meinen ruhigen Moment. Aber die paar kurzen Züge haben geholfen. Ich spüre das Gleichgewicht in mich zurück kehren. Ich sehe ihn an, als er mich mit einem knappen „Sir“ begrüßt. Ich nicke ruhig und ernst zur Bestätigung. Sehe ihn an. Er wirkt ernst und angespannt, aber vollkommen sachgemäß nüchtern dabei. Mein Bruder. Er erzählt von dem Wagen, den er organisiert hat. Dass er einen anderen Wagen gewählt hat als den, den er hat kommen lassen. Er stockt, als er von der Höflichkeitsanrede zum Du übergeht. Ein Lächeln schiebt sich sacht auf mein Gesicht. In diesem Fall. Ja, in diesem Fall hat er wohl Recht. Ich nicke. Mein umsichtiger Bruder. Ich bewundere ihn beinahe dafür. Bin ihm dankbar. Ich nicke anerkennend und gleichzeitig bestätigend. „Danke.“, sage ich schlicht aber aufrichtig. Ich muss erneut lächeln als ein Gedanke durch meinen Kopf schießt. Es ist fast ein halbes verschmitztes Grinsen. „Dann sind wir mal ein bisschen extravagant…“, beschließe ich fast abenteuerlustig in meiner Ruhe. „Mir fehlt eindeutig noch ein vernünftiger Gehstock für solche Gelegenheiten.“ Das Grinsen wird kurz breit auf meinen Zügen während mein Blick flüchtig über die Leute geht. Ein Hauch der Unsicherheit. Dann wird das Grinsen wieder zu einem disziplinierten Schmunzeln. Ich hebe kurz die rechte Hand, fahre mit dem Zeigefinger unter Naschas Schnabel stupse sie sanft neckend an. Sie schiebt ihren Kopf auf meinen Finger. Ich senke die Hand wieder, schmunzle immer noch vor mich hin. „Nun denn, auf in den Kampf…“, beschließe ich gefasster, bemüht um einen neutralen Gesichtsausdruck, und setze mich in Bewegung. Schlimmer als es im Zug war, kann es nicht werden, finde ich jetzt. Und das, denke ich, ist doch eine recht optimistische Überlegung.


RE: The verification mission - Rory Evening - 15.11.2020

Hmpf. Wieso dauert das denn nur so lange? Ich war doch erfolgreich und habe einen Wagen organisiert. Ganz so wie es mir aufgetragen wurde. Und dennoch lässt sich Larkin viek zu viel Zeit. Aber vielleicht hat er meine Handbewegung auch einfach nicht wahrgenommen. Vielleicht soll ich einfach noch mal winken. Oder gleich meine Stimme erklingen lassen. Aber würde meine Stimme überhaupt Gehör finden? Immerhin herrscht eine laute Geräuschkulisse vor dem Bahnhofsgebäude. Wieder einmal senke ich resigniert meinen Kopf ind spüre im selben Moment wie sich Gloria schnurrend gegen meine Beine drängte.

“Das ist doch alles ein Mist!“
Mosere ich und ernte einen mahnenden Blick der Kätzin. Am liebsten hätte ich Gloria in meiner charmanten Art zu verstehen gegeben, was ich davon halte. Nämlich nicht viel. Si jedoch bleibt mir nichts anderes übrig als meinen Blick zwischen dem Fahrer und Larkin hin- und her gleiten zu lassen. Und dann. Endlich. Reagiert der Ältere und setzt sich in Bewegung. Direkt in meine Richtung.

Mit der darauffolgenden Ohrfeige rechne ich natürlich nicht. Wieso auch? Ich habe doch die Anweisung befolgt. Wütend funkele ich zu Larkin empor, dessen Finger sich in meinen Hemdkragen krallen und ich dadurch den Boden unter den Füßen verliere.
“Das ist nicht nett!“
Blaffe ich ihm entgegen. Wobei meine Augen gefährlich zu blitzen beginnen und auch Gloria erbost faucht.

Mit einem Blick der pure Todesverachtung verströmt, rappele ich mich in die Höhe; denn der Stoß Larkins hat mich auf den Hosenboden befördert. Schließlich recke ich meinen Kopf in die Höhe und straffe meine Schultern. Während ich mich dem Wagen nähere und an diesem warte. Zum Glück bemerkt niemand wie viel Anstrengung es mich kostet, den Tränen der Wut keinen Lauf zu geben.


RE: The verification mission - Nikola Larkin - 09.12.2020

Und dann geschieht etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe. Anis dankt mir. Ich stocke. Seine Haltung ist entspannt. Er hatte geraucht, bevor wir hier angekommen waren. Schnell, auf dem Bahnsteig, zwischen durch. Mehr wie ein Schaffner oder ein Dienstbote auf einer kurzen Pause. Nicht wie ein Gentleman. Es gibt mir ein seltsames Gefühl von Vertrautheit, für das ich mich wohl hätte schämen sollen. Als wäre die Kluft zwischen uns doch nicht so groß. Als wären die Tage unsrer Kindheit in denen uns kein Stand hatte trennen können, doch nicht so weit entfernt. Ein trügerisches Gefühl. Ich schiebe es bei Seite. Bemühe mich meine Fassung zu behalten, selbst als er mich verschmitzt an grinst und ich mich förmlich zwingen muss es nicht direkt zu erwidern. Asya tut es für mich, pendelt unternehmungslustig mit der Rute und wäre mir wohl vorausgerannt, wenn ich ihr nicht mahnend die Hand in den Nacken gelegt hätte. Meine Mundwinkel zucken dennoch eine Spur in die Höhe, als ich Anis‘ Worte vernehme.
 
„Es wäre jedenfalls eine Schande sollte die zeitliche Planung keine Besichtigung der Stadt und ihrer Lokalitäten zulassen“, erwidere ich den Kommentar zu dem Gehstock. Die Stimme dabei als würde ich meinem Herrn tatsächlich unterwürfig zustimmen. Gleichzeitig lässt meine Formulierung offen, ob ich wirklich einen Einkaufsbummel damit meine. Ich beobachte, wie Anis die Hand zu seinem Daemon hebt und es ist vielleicht das erste Mal, dass sich sie derart zärtlich miteinander umgehen sehe, jedenfalls von Anis initiiert. Ich bin fast verwundert, wende mich jedoch ab, um Anis den Weg zu zeigen.
 
Noch bevor wir den Wagen erreichen, ist der Fahrer diensteifrig ausgestiegen um Anis die Türe zu öffnen. Der Junge wartet noch immer beim Wagen, ich hätte nicht sagen können, ob es mich verwunderte oder erleichterte. Wäre er abgehauen hätten wir uns das alles hier sparen können. Auf der anderen Seite hatte er in seiner Trotzigkeit, die ihn scheinbar nicht hatte begreifen lassen, mit was er die vorangegangene Strafe verdient hatte, durchaus Hartnäckigkeit bewiesen, wenn er trotz ihr noch immer hier steht. Oder es ist Verzweiflung. Der Fahrer lenkt nun ebenfalls die Aufmerksamkeit auf den Jungen. „Was ist mit dem?“, raunzt er mich an und ich erwidere seinen Blick einen Moment ausdruckslos, bis ich begreife, dass er wohl davon ausgegangen war, dass ich den Kleinen nur als Botenjungen genutzt hatte. „Er reist mit uns“, stelle ich daher klar und Asya stellt sich in bestimmter wachsamer Haltung aufrecht neben mich, um diese Aussage zu unterstreichen. Egal wie unverschämt der Bengel sein mochte, an dieser Aussage gibt es nichts zu rütteln. „Aber Vorne hat der nicht auch noch Platz“, meckert der Fahrer weiter. Ich werfe einen kurzen Blick hin zu Anis, ob es in Ordnung war, wenn der Junge hinten mit ihm fährt.