Die Unregelmäßigkeiten waren nicht das Problem. Aber das Geschäft mit diesen Unregelmäßigkeiten war ein sensibles Konstrukt und Geld und Gefälligkeiten mit denen jene meist zusammenhingen hatten ihre eigene Flussrichtung. Sie ging bis hoch an die Spitze und tröpfelte erst dann zurück nach unten. Von so etwas hatte die ganze Division zu profitieren, es konnte nicht angehen, dass ein paar einzelne Officer der Nachtschicht die Tasche aufhielten ohne dass die höheren Ränge davon erfuhren. Einfaches Prinzip, doch seit kurzem hatte es den Anschein, dass ein paar Elemente der Division daran erinnert werden wollten. Ich blieb an einem Eintrag hängen, las ihn ein zweites Mal. „Reinkommen“, bellte es in diesem Augenblick tief und ungehalten von hinter der Türe, der Sergeant zuckte zusammen. Ich zog die Oberlippe höher, presste die Zunge einen Moment unzufrieden gegen die Frontzähne, noch ohne den Blick von den Unterlagen abzuwenden. Ich las das letzte Wort ein weiteres Mal, dann gab ich den Aufschrieb kommentarlos dem Sergeant zurück und ließ den Mann stehen. Ein Constable hatte die Tür geöffnet, bevor er scheinbar mit Anweisungen des Chiefs diensteifrig davon geeilt war und ich trat in Begleitung von Cyneburg in den Raum, noch immer peinlich darum bemüht die Illusion aufrecht zu erhalten, dass ich allein anzutreten hatte. Die Wahrheit würde mir mit genug Pech noch für den Rest des Tages wie die Pest am Arsch hängen.
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Society of Trouble's what you're in Rudeness
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Es war ein Glücksgriff gewesen, aber kein unkalkulierter. Als ich die Leman Street an diesem Morgen betreten hatte, war im Zwielicht der Dämmerung noch das spärliche Licht der Gaslaternen verklungen. Auf diese Weise war es mir gelungen mir den Sergeant der Nachtschicht samt seiner noch tintenfrischen Aufzeichnungen bei Seite zu ziehen. Ein stämmiger junger Mann, der nun neben mir vor der vom Rest der Polizeistation abgetrennten Räumlichkeit des Superintendants, Chief der H Division, stand. Aus dem Augenwinkel konnte ich den unruhigen Blicke des Sergeants sehen, während ich in die Aufzeichnungen über die Meldungen der Nacht vertieft war, eine dicht beschriebene Seite Papier. Es fiel mir schwer die Buchstaben zu entziffern, aber dem anderen Mann, der mit mir vor dem Raum wartete, würdige ich dennoch keines Blickes, trotz Cyneburgs kluger Ratschläge, doch lieber Ardin das Schriftstück zu lesen zu geben. Ich wusste selbst, dass Ardin besser lesen konnte, ganz ohne den dämlichen Köter der neben mir saß. Ich würde mir gerade deswegen nicht die Blöße geben ihm den Aufschrieb hinüber zu reichen. Für einen Moment sah ich auf, mehr um meinen Augen eine kurze Pause von der Tortur durch winzige tintenblaue Schnörkel zu gönnen. Ich sah dem Sergeant ausdruckslos in das blasse Gesicht. Er war müde und ausgezerrt von der Schicht, er wollte heim zu seiner Familie, das war ihm anzusehen, aber da war noch etwas anderes. Cyneburgs riesenhafte dunkle Nase streckte sich dem Mann aufdringlich witternd entgegen, aber ich brauchte sie nicht, um so viel offensichtliche Nervosität zu bemerken. Der Sergeant wandte den Blick knapp zur Seite ab, hin zur Tür des Superintendants. Er konnte nicht wissen, dass nicht er der Grund war aus dem sie hier warteten, aber ich sah keinen Zweck darin ihn aufzuklären. Ich machte mich weiter daran die Meldungen durchzugehen. Noch hatte ich nichts auffälliges erkennen können, aber die Unregelmäßigkeiten der letzten Wochen häuften sich.
Die Unregelmäßigkeiten waren nicht das Problem. Aber das Geschäft mit diesen Unregelmäßigkeiten war ein sensibles Konstrukt und Geld und Gefälligkeiten mit denen jene meist zusammenhingen hatten ihre eigene Flussrichtung. Sie ging bis hoch an die Spitze und tröpfelte erst dann zurück nach unten. Von so etwas hatte die ganze Division zu profitieren, es konnte nicht angehen, dass ein paar einzelne Officer der Nachtschicht die Tasche aufhielten ohne dass die höheren Ränge davon erfuhren. Einfaches Prinzip, doch seit kurzem hatte es den Anschein, dass ein paar Elemente der Division daran erinnert werden wollten. Ich blieb an einem Eintrag hängen, las ihn ein zweites Mal. „Reinkommen“, bellte es in diesem Augenblick tief und ungehalten von hinter der Türe, der Sergeant zuckte zusammen. Ich zog die Oberlippe höher, presste die Zunge einen Moment unzufrieden gegen die Frontzähne, noch ohne den Blick von den Unterlagen abzuwenden. Ich las das letzte Wort ein weiteres Mal, dann gab ich den Aufschrieb kommentarlos dem Sergeant zurück und ließ den Mann stehen. Ein Constable hatte die Tür geöffnet, bevor er scheinbar mit Anweisungen des Chiefs diensteifrig davon geeilt war und ich trat in Begleitung von Cyneburg in den Raum, noch immer peinlich darum bemüht die Illusion aufrecht zu erhalten, dass ich allein anzutreten hatte. Die Wahrheit würde mir mit genug Pech noch für den Rest des Tages wie die Pest am Arsch hängen. |
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