Während Ardin es sich auf seinem Stuhl bequem machte und die Füße hoch legte, zog ich mein Jackett aus und hängte es über den eigenen Stuhl. Ich wäre in unter zehn Minuten zuhause, aber ich hatte es mir trotz allem zur Angewohnheit gemacht ein zweites Hemd in dem, was man wohl unser Büro nannte auf zu bewahren. Nachdem Mulligan, wie jede Division '42 zwei Detectives zugeteilt bekommen hatte, war er auf die wirklich tolle Idee gekommen, dass er einen bisher als Abstellraum verwendeten Raum aufwerten könnte, in dem er ihn künftig als Büro der Detectives bezeichnete. Am Verwendungszweck des Raums hatte sich nur in so weit etwas geändert, dass man die ehrgeizige Bemühung unternommen hatte, zwei Tische und Stühle dort unter zu bringen. Ich zog mein blutbeflecktes Hemd aus, tauschte es mit dem anderen aus und betrachtete das Jackett. Während Ardin seinen Plan – oder nannten wir es mal ‚was ihm gerade in den Sinn gekommen war‘ – erläuterte, griff ich nach einer auf meinem Tisch liegenden groben Kleiderbürste, die bei den Verschmutzungen, die durch die tägliche Arbeit auf den Straßen entstanden meist gute Arbeit leistete. Aber noch während ich versuchte das getrocknete Blut aus dem dunklen Stoff zu bürsten, wusste ich, was Judith mir deswegen erzählt hätte. Mein Blick glitt ab, ich legte die Bürste wieder weg, ich würde es damit doch nur schlimmer machen. Für heute musste es auch so gehen. Es stand immerhin keine Aussage vor Gericht oder dergleichen an und trotz allen guten Vorgaben über das tadellose Auftreten eines Officers – ging man in diesem Distrikt vor die Türe, dann stach man eher unangenehm heraus, wenn man keine Flecken auf der Kleidung hatte.
Ich nickte schließlich als Ardin seine Ausführungen beendete, seinen Spott hoheitsvoll ignorierend. „Wir sollten nur vermeiden, Williams und Richmond darauf zu stoßen, dass etwas nicht stimmen könnte“, gab ich zu bedenken. „Du weißt wie Constables sind, schwatzen wie die Weiber.“ Selbst wenn Richmond tatsächlich das Kind sein sollte, das keiner mitspielen lässt, könnte er sich gerade deswegen berufen fühlen, seinen Kollegen auf den Zahn zu fühlen. Ich wollte weder Williams und Richmond in Gefahr bringen, sollten sie so unbescholten sein, wie es aktuell wirkte, noch uns einen Trumpf aus der Hand nehmen lassen. Ich hatte früher am Tag zwar selbst versucht Jordan nervös zu machen – auch wenn ich an dem Erfolg deutlich zweifeln musste – in dem ich seine Unterlagen durchgesehen hatte, aber das war ein Mittel, das ich selbst kontrollieren wollte. Das letzte was wir brauchen konnten, war Williams und Richmonds, die unbeabsichtigt für Wirbel sorgten. „Aber ansonsten, lass uns mit den Beiden beginnen.“

