Toms Frage war präzise wie immer. Er wusste augenblicklich, auf was Ardin hinaus wollte und er war geschäftstüchtig dabei. Aber es war mir lieber, er kam direkt zur Sache, als die vage gehaltenen Andeutungen und mit Märchen vermischten Gerüchte der meisten Anderen. Aktuell hatten wir weder die Zeit noch die Geduld zum Rätsel raten. Da wartete noch immer eine Leiche am Kai auf uns. Aber hierfür musste ein wenig Zeit bleiben. Selbst Polizisten mussten schließlich mal etwas essen, nicht wahr und dabei wird man sich ja wohl unterhalten dürfen. Nach etwas Ungewöhnlichem fragte Ardin. Toms Antwort überraschte mich. Dass er direkt unseren Sergeant ansprach, damit hätte ich nicht gerechnet. Das bedeutete, dass der Junge sich wohl schon zum Gespött der Costers machte. Wie genau hatte er das geschafft? „Er rennt?“, gab ich gespielt belustigt zurück, um nicht direkt deutlich zu machen, dass mich das wirklich interessierte. „Na, was ihr Slops so rennen nennt“, feixte Tom zurück. „‘Sollten es von den Costers lernen“, spottete ich zurück. „Das könntet ihr.“ Ich grinste und ließ Tom das letzte Wort, dann zuckte ich mit den Schultern. „Der Junge wird dafür bezahlt durch die Stadt zu rennen“, sprach ich scheinbar unbeeindruckt von dieser Information, als wäre sie ihren Preis nicht wert. „Mh“, gab Tom zurück und schien tatsächlich ein wenig gekränkt, verstanden Costers sich doch als diejenigen, die auf diesen Straßen am besten Bescheid wussten. Tom ein wenig in seinem Stolz zu kränken, war also der beste Anfang, um ihm mehr Information zu entlocken. „Wirkt nur weniger wie Arbeit, mehr als hättet ihr den Yob auf ein Hunter’s Emag geschickt.“ Ich schnaubte, kannte diese volkstümlichen Spiele und vermutlich hatte Tom damit gar nicht so unrecht, als mir lieb wäre. „Bedank dich bei den Verbrechern dieser Straßen“, erwiderte ich dennoch gleichmütig. Der Teufel bewahre, dass ein Peeler zugab, dass ein anderer Peeler von einem Peeler an der Naser herumgeführt wurde. Schon gar nicht einem Coster gegenüber. Ein paar Mal klopfte Tom mit seinem Schöpflöffel gegen den Kessel, mit der freien Hand kratzte er sich an seinem Bart. „Man erzählt sich auch von Geschäften an den St. Katharine Docks.“ – „Was für Geschäften?“ Aber Tom schüttelte nur den Kopf. „‘Sollen neue sein. Nachts. Aber es passt zu den Nächten, die ihr meintet. Mehr weiß ich nicht.“ – „Wer weiß mehr?“ Tom leckte sich kurz über die Lippen, dann meinte er. „Dazu müsst ihr hoch an die Mews Street.“ Ich nickte, ließ es gut sein. „Enif, Tom.“ Wie jedes Mal wenn einer von uns anfing Costers-Worte zu nutzen, strahlte Tom stolz wie ein frischgebackener Vater, hatte er uns doch selbst einiges davon beigebacht.
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Slop - Polizist
Emag – Spiel
Enif – Gut/In Ordnung/Danke

