Ich zog das Jackett wieder über, den Mantel, griff nach meinem Hut, wusste noch immer nicht, ob ich nicht irgendetwas sagen sollte, aber Ben ließ sich bereits unter Margorys wachsamen Augen von Fred in die Geheimnisse der Frühstücksvorbereitung im Hause James‘ einweihen. Patrick, der einzige der alt genug sich nicht so unbescholten jeden Gegebenheiten anzupassen, sah noch immer reichlich verwirrt drein, aber ich konnte nur zum Abschied knapp nicken und Ardins aufforderndem Blick folgen.
Wir ließen das Haus hinter uns und mein Blick wanderte zu dem ungewöhnlich klarem Himmel an diesem Septembertag, atmete langsam die kohlestaubschwere Luft der Stadt ein. Cyneburg trabte an meiner Seite und es hatte lange nicht mehr so lange gedauert, bis ich unter ihren sich überschlagenden Gedankengängen hätte erkennen können, was sie mir mitteilen wollte. Dass sie mich für verrückt hielt, das wusste ich. Dass sie es falsch fand den kleinen Welpen irgendwo zu lassen, wo wir ihn nicht im Augen hatten, wusste ich ebenso. Und sie wusste, dass sie das alles wusste und ich das alles wusste. Nein, das war nicht der springende Punkt. Es ging um einen neuen Zug des Wahnsinns, den sie mir nicht zugetraut hätte und der sie in helle Aufregung versetzte. Was am Morgen geschehen sei, zwischen Ardin und mir. Was? Bitte, was?! Die Dohle hätte ihr das erzählt, aber sie konnte es nicht glauben. Das war neu. In aller Regel glaubte Cyneburg fast jeder Nachrichtenquelle mehr als mir, ganz besonders der Dohle – und das ließ ich sie auch feixend wissen. Ich solle nicht vom Thema ablenken. Konsequent verbannte ich die Hündin aus meinen Gedanken. Mir war an diesem Morgen nach allem möglichen, aber sicher nicht danach meine sensationsgierige Vertraute über das aufzuklären, was sie am Morgen verpennt hatte. Was zwischen mir und James gewesen war. Und das mir schon in diesem Moment hier draußen auf der Straße wie aus einer anderen Wirklichkeit vorkam. Vielleicht war ich ja zusammen mit James eingenickt und danach ein wenig zu hart auf dem Boden aufgekommen.

