Charaktere
Ardin James » Otis Rhode
Datum & Ort
27.09.1848, Brockwell Park bei Ravenna Blacks Wohnhaus
Society of Foreign pilgrims Rudeness

Ravenna Black


Ein Krächzen holte sie aus ihrer Konzentration, mit welcher sie an ihrem Schreibtisch saß. Darauf verteilt diverse aufgeschlagene Bücher, eines näher an ihre dran als die anderen, während direkt daneben ein Blatt Papier lag, auf welchem sie Notizen niederschrieb. Vor einigen Tagen hatte sich eine Dame an sie gewandt, welche Ravennas Dienste benötigte. Eine unheilbare Krankheit sollte heraufbeschworen werden für den Vorgesetzten ihres Mannes, da sich kürzlich herausgestellt hatte, dass bei der Nachbesetzung seines Postens nur ihr Mann in Frage käme. Daher sollte diese Angelegenheit beschleunigt werden - jedoch nicht in Form eines simplen Mordes. Die Wirkung durfte gerne ein wenig länger dauern, um kein Aufsehen zu erregen. Somit galt es nun einen Zauber zu finden, welcher die bereits vorhandenen Gebrechen dieses Mannes sich zu nutzen machte. Es fügte sich, dass der Herr wohl bereits ein paar ruhelose Seelen hinterlassen hatte, weswegen es für Ravenna ein leichtes war herauszufinden, dass er ein schwaches Herz besaß. Ein klassischer Fall, weswegen sie nun einen Zauber erstellte, welcher bei seinem Zustand nicht förderlich sein würde. Die Manipulation eines Körpers war kein leichtes Unterfangen, vor allem nicht, wenn man abseits des Covens nicht über die vollständigen Kräfte verfügte.

Doch nun schien es fürs erste eine Pause zu geben, weswegen sie den Blick hob und dem ihres Vertrauten folgte. Dieser lag auf dem Fenster, wo eine Dohle auf und ab spazierte. Und inspizierte. Ravenna lebte bereits lange genug um die Vertrauten anderer Hexen zu erkennen. Vor allem, wenn Corvus es ebenfalls bereits getan hatte.
Das Klopfen an der Tür kam daher weitaus weniger überraschend, weswegen sie sich augenblicklich erhob. Der Rabe setzte sich ebenfalls in Bewegung, flog auf sie zu und landete routiniert auf ihrer Schulter, ohne, dass Ravenna dafür innehalten musste.
Gemeinsam gingen sie die Treppe hinab. Angelangt am Fuße flog Corvus davon, setzte sich auf eine für ihn vorgesehene Stange, während Ravenna weiterging, den gesamten Raum durchquerte, ehe sie bei der Tür ankam.
Ohne zu zögern öffnete sie diese weit genug, um auf das Zimmer in ihrem Rücken einen Einblick zu gewähren. Geräumig und vor allem dunkel, wodurch man wahrscheinlich nur wenig erkennen konnte. Ein großer runder Tisch in der Mitte, etliche volle Bücherregale an den Wänden, genau so wie vereinzelte Regale mit weiteren Büchern, Kerzen und anderen vielen kleinen Gegenständen. Corvus könnte man meinen, gehörte auch zu diesen dekorativen Gegenständen, da er weder einen Laut von sich gab, noch sich bewegte. In einer der Ecken befand sich ein kleiner schwarzer Kamin, welcher für Wärme im Raum sorgte.

Ravennas Gesicht zierte ein leichtes, höfliches Lächeln, was jedoch ihre Augen nicht erreichte. Sie erfassten die Gesichter der beiden Herren vor ihrer Tür sowie einen Hund. Hier war es nur eine Vermutung, doch ging Ravenna ebenfalls hierbei von einem Vertrauten aus, anstelle eines übliches Haustieres.
„Meine Herren, wie kann ich Ihnen helfen?“, säuselte sie dem unerwarteten Besuch entgegen, welcher ohne ihre Erlaubnis nicht eintreten können würde. Außer es waren ganz normale Menschen. Vor jedem anderen schützte sie sich - aus gutem Grund. Dafür lagen an dieser, als auch an der Tür zu ihrem kleinen Garten sowie an jedem Fenster Hexenbeutel, um Hexen, Werwölfe und Vampire am unerlaubten Eintreten zu hindern.


Ardin


Wir standen bereits vor der Tür als Jackdaw diese winzige, diese minimal wichtige Information mit mir teilte. Ich verfluchte sie augenblicklich und fragte sie herrisch in Gedanken, warum ich sie überhaupt ans Fenster geschickt hatte, worauf sie direkt eine altkluge Antwort kannte. Aber diese Black war längst auf dem Weg nach unten. „Die hat keinen Hahn, aber einen Raben…“, zischte ich Rhode neben mir zu. Nur kurz warf ich einen Blick zu ihm nach oben. Ich würde es nicht laut aussprechen, aber DAS war ungewöhnlich. Denn ich würde es genauso wenig offen zugeben, aber in dem Punkt hatte Otis Recht: die meisten dieser selbsternannten Hexen hatten sich munter mit Dingen des Todes geschmückt. Den abstrusesten noch dazu. Und sei es ein zehn Tage toter Hahn an der Vordertür. Aber mit etwas lebendigem wie einem leibhaftigen Raben hatte sich bisher noch niemand umgeben. Und das in so einer Gegend. Ich sah noch einmal die Häuserreihe rechts und links hinunter. Wussten die Nachbarn davon? Ich kannte die doch in diesen Gegenden. Mit ihren Mäulern, die sie aufrissen, wann immer sich eine Gelegenheit bot – und sich dann besser fühlen als der Pöbel. Jeder Pöbel hatte mehr Anstand als die hier. Jackdaw für ihren Teil war überzeugt davon, dass es sich bei dem Raben um einen Vertrauten handeln musste. Es hatte nur diesen Anblick gebraucht und sie war überzeugt davon, dass wir diesmal richtig waren. Aber ich wusste mit dem Wort einer läppischen Dohle umzugehen. So einfach würde ich mich nicht überzeugen lassen. Wer wusste schon, wann sie das Vieh nicht doch noch an die Tür nagelte.

Eben die öffnete sich im nächsten Moment. Weit und einladend. Keine Abwehr. Nichts als freundliche Gastfreundschaft. Oder so ähnlich. Wir standen einer dunkelhaarigen Frau gegenüber. Sie trug ein edel, aber nicht übertrieben anmutendes Kleid, sauber bis zum Hals geschlossen, wie es sich gehörte und wenn ich sie nach ihrem Erscheinen hätte beurteilen müssen, ich hätte gesagt wir hatten eine ehrbare Dame in ihrer Nachmittagsruhe gestört. Aber da war mehr an dieser Frau. Helle, stechende Augen, die Lider kohlegeschwärzt, und trotz ihres freundlich, höflichen Lächelns lag da eine Kälte unter der Fassade, die mich an einen gewissen Herrn der Unterwelt erinnerte.

Hinter ihr lag ein Raum, der vor allem dunkel wie die Haustür erschien. Undeutlich konnte ich einige mit Büchern gefüllte Regale und einen Durchgang zu Treppe erkennen, aber ich erinnerte mich auch nach all den Jahren noch zu gut an die Vorträge zum Thema Verhalten an der Haustür einer Dame, um nicht näher hinzusehen. Glücklicherweise waren wir nicht mehr in der Bow Street, aber leider Gottes auf fremdem Revier. Besser wir machten keine Pferde scheu. Und so lächelte ich breit als diese Frage kam, die ebenso davon kündete, dass die Frau, die wir vor uns hatten, nicht der feinsten Londoner Gesellschaft angehörte. Dienstleisterin, wie sie alle. „Oh, das werden wir sehen, Miss.“, erklärte ich lächelnd in munterem Tonfall, ohne ihr einen guten Tag zu wünschen und sah dann weiterhin lächelnd zu Otis hoch, um ihm die glorreiche Aufgabe zu überlassen, sich mit unserer neuen Bekanntschaft vertraut zu machen. Immerhin hatte sie nur auf ihn gewartet, nicht wahr?


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Foreign pilgrims - von Ardin James - 20.01.2022, 20:52
RE: Foreign pilgrims - von Otis Rhode - 20.01.2022, 20:53
RE: Foreign pilgrims - von Ardin James - 20.01.2022, 20:55
RE: Foreign pilgrims - von Otis Rhode - 20.01.2022, 20:55



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