Warum der Bursche apathisch gewesen war? Das hätte ich auch gerne gewusst. Ich hatte nur einen Blick auf den Jungen erhascht, aber der hatte mir gereicht. Ich fragte mich im Stillen ja langsam ob das nicht Rhodes Fall war. Erstaunlich dass er überhaupt Informationen von mir oder Blacksmith wollte, da er ihn so bereitwillig mir überlassen hatte. Ich überlegte im Stillen ob ich dafür noch eine Gegenleistung von ihm einfordern sollte, aber mir fiel für den Moment nichts ein, das ich unbedingt von Rhode bräuchte. Nichts von Relevanz zumindest, das es gelohnt hätte, meine weiteren Antworten zu verweigern. „Der Junge wollte laut ihm flüchten. Er musste die Ladentür versperren.“ Ich zog die Nase hoch, den Blick auf den Fenstern der Umgebung, in denen ab und an einmal eine Kerze in dem Dunst leuchtete und den Straßenlaternen halbherzige Gesellschaft leistete. „Er meinte der Junge hätte allerhand akrobatische Spirenzchen gemacht und ihm den halben Laden umgeräumt. Sah aber alles sauber und ordentlich für Blacksmiths Verhältnisse aus, wenn du mich fragst. Nach einem Kampf sah das nicht aus.“ Fragte Rhode mich? Sicher nicht. „Er meinte er hätte dem Jungen eins auf den Schädel gegeben und einen seiner Mitarbeiter“ – ich warf Rhode einen Blick zu, der ausgeschrieben etwas besagt hätte wie das glaubst du doch selber nicht – „nach den Peelers geschickt und sobald zwei Constables ankamen, habe der Junge ganz plötzlich Ruhe gegeben und sei so… apathisch geworden.“, um einmal Rhodes Worte dafür zu benutzen. Ich ging weiter mit dem Blick die Häuserfassaden ab während wir die Straße hinunter zogen. Über Risse im Mauerwerk, die in dem schummrigen Licht aussahen wie tiefe Schluchten in der Haut dieser Stadt.
Blacksmiths Kontakte. Einen Moment sah ich noch so vor mich hin, versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Blacksmiths Kontakte. Ich gehörte dazu, oder? Gefiel mir nicht, wenn Rhode das in Frage stellte. Aber ich verstand worauf er hinaus wollte. Also gab ich nach. Zog kurz mit einem Schnalzen einen Mundwinkel abschätzig hoch, bevor ich ihn wieder fallen ließ. „Gut genug.“, antwortete ich. „Schläft mit allem was genug Geld gibt. Auch mit Peelern wenns sein muss.“ Ich lächelte zufrieden über das Offensichtliche, bevor ich wieder ernst wurde. „Aber er kennt genug Leute.“


