Was Rhode weiter sagte, wurde dann wieder ernster. Er rückte mit Fakten über die Bonham Diamanten heraus. Dinge, die damals durch die Zeitungen gegangen waren. Die es womöglich bald wieder tun würden, wenn das Journalistenpack Wind davon bekäme, dass einer der Bonham Diamanten wieder aufgetaucht war. Dann hätten sie wieder einmal etwas anderes zu berichten als die großen ermittlerischen Errungenschaften des Yard in Westminster. Nein, stattdessen würden sie wieder einmal die Leman Street zerpflücken. Und Rhode würde ins Kreuzfeuer geraten. Nicht, dass der das nicht abkonnte, aber es war doch eben wieder die alte Leier, die mir unermüdlich auf die Nerven fiel.
Drei Diamanten. Keiner davon veräußert oder anderweitig wiederaufgetaucht. Bis jetzt. Jemand oder eine Gruppe mochte einen Bann ausgesprochen haben. Da hatte Rhode Recht, so etwas war keine Erfindung der magischen Welt. So etwas schufen Menschen auch ganz ohne Zauberei. Es musste nur jemand mit genügend Einfluss sein. „Einer der großen Fische…“, vermutete ich, während Rhode noch etwas anfügte, das diesmal mir einen Schauer über den Rücken jagte. Am Ende hätte Blacksmith nicht vor dem Jungen Angst gehabt. Degen um sich zu verteidigen. Jemand, der einem Blacksmith gefährlich werden konnte… Wenn der am Ende ganz genau wusste, vor wem er sich zu fürchten hatte. Es fühlte sich in diesem Moment ein wenig so an als habe sich der Wind in der Gasse gedreht. Als könnte ich plötzlich wittern was da in den Schatten lauerte und vor dem Blacksmith solche Angst haben mochte. Etwas großes. Etwas aus den alten Tagen. Etwas das es lohnte, es zu jagen. Und etwas in mir wollte rennen, beißen und packen. Meine Schritte wurden ganz ohne mein Zutun forscher.
„Lust Mulligan zur Weißglut zu treiben?“ Ich zügelte mich wieder ein wenig, aber als ich den Seitenblick zu Rhode hochwarf, war da ein verschwörerisch vorfreudiges Grinsen auf meinen Zügen. Dass er das überhaupt fragte. „Lassen wir Blacksmiths Laden die nächsten Tage überwachen, nur zur Sicherheit. Falls außer uns noch einer wissen will, wie das mit dem Diamanten ablief.“ Ich nickte, sah wieder geradeaus aber grinste dabei weiter vor mich hin. Oh wie Mulligan darüber toben würde, wenn er das hörte. Das machte jetzt schon Lust an der Freude. „Geht klar.“, bestätigte ich finster vor mich hin lächelnd. „Wie früher, Rhode.“, meinte ich zufrieden und ergänzte dann: „Überlass Mulligan nur mir.“ Das würde ein Spaß werden.


