Die neue Kleidung passt mir zwar nicht ganz und ich muss die Ärmel des Hemdes umschlagen, um meine Hände benutzen zu können. Auch die Schuhe fühlen sich merkwürdig fremd an meinen Füßen an. Während mein Blick auf der Krawatte ruht, die vergessen auf dem Polster des Sitzes liegt. Was soll ich denn damit anfangen? Dieses Seidending Gloria um den Hals binden? Bei diesem Gedanken umspielt ein Lächeln meine Lippen und ich fange den Blick meines Daemoms ein.
Schließlich ignoriere ich die Seidenkrawatte und vernehme auch schon die Worte des Älteren. Meine zerrissene Kleidung würde aus dem Fenster geworfen werden. Damit würde auch der Rest meines bisherigen Leben einfach so weggeworfen. Und das Straßenkind verschwindet. Was aber bin ich dann? Meine Vergangenheit auf der Straße kann man nicht einfach so vergessen machen, in dem man mich neu einkleidet.
Schließlich rattert der Zug durch eben jenen Tunnel und mein Kleiderbündel verschwindet irgendwo im dichten Gestrüpp, welches neben den Gleisen wuchert. Ich schlucke tatsächlich vernehmlich und stehe leicht verloren im Abteil. Denn zu setzen wage ich mich nicht. Nicht bevor der entsprechende Befehl an mein Ohr dringt. Woher dieser plötzliche Gehorsam? Vielleicht liegt es daran das es innerhalb der Banden einen Anführer gab und diesem Anführer die Jüngeren zu Gehorsam verpflichtet sind. Die Strafen bei Befehlsverweigerung sind schrecklich. Zumindest wurde mir dies erzählt.
Als sich Gloria schließlich um meine Beine schmiegt. Kauere ich mich in die Hocke und kraule meinen Daemon. Denn auf einmal fühle ich mich so schrecklich alleine. Meine Zukunft so ungewiss.

