Steckbrief  Society of Ardin James Rudeness
Ein Wunder, dass dieser kleine Mann bei der Polizei ist. Tatsächlich haben sie ihn mit 5 Fuß und 5 Zoll nicht einmal genommen als er sich beworben hat. Damit haben sie all seine Pläne zerstört, hat der Matrose Ardin James den Dienst für die Royal Navy doch verlassen um seine Margory zu heiraten und ihr ein besseres Leben zu bieten als das einer Seemannsfrau. Und wenn du nicht in die Fabrik willst, was machst du dann? Es ist dem Zufall und Otis Rhode zu verdanken, dass Ardin James‘ Karriere kam wie sie mit den Bow Street Runnern und heute der H Division der Metropolitan Police gekommen ist. Aber seit er seine Seele an den Teufel verkauft hat, glaubt Ardin nicht mehr an Zufälle. Er ist ein Überlebenskünstler und ein Pragmatiker mit einem strengen moralischen Kodex, der nur ihn und seine Familie einschließt. Und mag die Welt um ihn herum verrückt spielen, er folgt seinen eigenen Regeln, mit dem höchsten Ziel seine Familie zu beschützen. Er ist stur, eigenwillig und rücksichtslos. Geformt von den Zuständen, denen er jeden Tag auf der Straße begegnet und die er immer wieder so sehr anprangert wie er begonnen hat, sie selbst zu nutzen. Sein Partner ist ihm dabei vor allem im Weg. Aber seine Frau Margory, die ein sehr viel besseres Herz hat als er, sechs Kinder und eine vermaledeite Dohle, die ihm folgt wohin er auch geht, und die er nur abfällig Nuisance oder Jackdaw nennt, halten ihn davon ab mit seinem Partner zu brechen. Wahrscheinlich ist es nur der Schlafmangel, der ihn dazu zwingt. Du kannst ihn in den Ringen unter den Augen des stämmigen Mannes erkennen. Denn die Gabe, die er dem Teufel verdankt, das Traumwandern, beherrscht mehr ihn als dass er sie beherrscht und so verfolgt Ardin seine beste Strategie, die Flucht nach vorn und versucht sich das Schlafen abzugewöhnen. Aber niemand kommt ohne Schlaf aus. Nicht einmal ein abgehalfterter Hexer, dessen Skrupel bereits weit hinter ihm liegen.

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  • Alter: 48 49 Jahre
  • Geburtsdatum: 27.06.1802 1801
  • Herkunft: Plymouth, UK
  • Schicht: Unterschicht
  • Status: Verheiratet
  • Gesinnung: neutral

Character


Anpassungs­fähig ‡
& lernbereit ‡

Wenn Ardin ein neues System oder eine neue Technik entdeckt, sei es um an Geld, an Informationen zu kommen oder betrifft es gesundheitliche Aspekte, dann ist er aufmerksam darin, diese Technik zu beobachten und schamlos zu kopieren.
Aufopferungsvoll ‡
& prinzipientreu ‡

Was er tut, das tut Ardin richtig. Er macht keine halben Sachen. Seine Familie ist sein höchstes Gut, für die er alles tun würde. Jeden Penny, den er verdient, steckt er in ihre Gesundheit, ihren Wohnraum, ihren Schutz. Es ist seine Art für sie zu sorgen, selbst wenn er nicht viel Zuhause ist. Wenn er für etwas den Schutz übernimmt, dann kann man sicher sein, dass er sich mit allem was er hat in diese Aufgabe hängen wird. Seine Arbeit ist für ihn ein ähnliches Thema. Aber er zögert lange, bis er einem Fall diesen Stellenwert schenkt. Wenn er ihn einmal hat, ist Ardin auf der Jagd nach einem Täter zielstrebig wie ein Berserker auf einer Fährte und kann erst ruhen wenn er sein Ziel erreicht hat.
Unkonventionell ‡
Was für andere gilt, muss nicht für Ardin gelten. Zwar hat er einen gewissen sozialen Hintergrund, der ihn geprägt hat und seine Methoden leben sehr davon was er auf seinem beruflichen Lebensweg gelernt hat, aber wenn es um Regeln geht, neigt Ardin dazu, diese nur als grobe Richtlinien zu betrachten, statt als Vorgaben, wie es sich zu verhalten gilt. Das führt ihn dazu, oftmals bewusst Grenzen zu überschreiten und auf neuen, kreativen Wegen zu gehen, um sein Ziel zu erreichen. Dabei weiß er klare Prioritäten zu setzen, Optionen gegeneinander aufzuwiegen und den erfolgversprechendsten Weg zu wählen, mögen andere auch dagegenhalten was sie wollen.

Stabil ‡
Mit Druck kann Ardin gut umgehen. Er legt eine gewisse Ignoranz an den Tag was anderer Leute Ansprüche an ihn anbelangt. Es ist als redeten sie mit einer Wand. Seine eigenen Ansprüche sind der einzige Maßstab an dem Ardin sich misst und selbst wenn er sich ihrer bewusst ist, schafft er es für gewöhnlich einen kühlen Kopf zu bewahren und seinen Weg unbeirrt zu verfolgen.

Tatkräftig ‡
Wenn es etwas zu tun gibt, dann fragt Ardin nicht lange nach. Er tut es einfach. Diese Eigenschaft hat ihm in der Vergangenheit sehr geholfen und täuscht häufig darüber hinweg, wie wenig Ardin auf Regeln im Allgemeinen gibt. Er kann mit Anweisungen von oben gut umgehen und wird sie in weniger Fällen anzweifeln als er sie einfach befolgen wird, aber in der Praxis legt er diese Anweisungen dann hin und wieder ein wenig anders aus, als sie ursprünglich gemeint waren. Dennoch ist er immer dabei zu helfen. Besonders, wenn er selbst entscheidet, dass es notwendig und angebracht ist und scheut dann keine Mühen. Für Margory trägt er oft genug Wäsche durchs Treppenhaus, sie muss nie zweimal fragen, wenn sie ihn um etwas bittet und als es darum ging, den Ältesten eine wirkliche Handwerkerausbildung beim Schuhmacher zu organisieren, hat Ardin alles getan, um diesen besseren Weg für seine Kinder möglich zu machen. Wenn es um die Arbeit geht, zeigt Ardin die selbe Tatkraft und seine Entschlüsse, einen bestimmten Ort auf der anderen Seite der Stadt einfach aufzusuchen um Antworten zu finden, stammen nur teilweise von seiner Rastlosigkeit, sondern rühren vor allen Dingen von seiner anpackenden Art her, die sich durch ersteres in einem widerspenstigen Kampf bedingt.

praktisch veranlagt ‡ zielstrebig ‡ mitfühlend ‡ konsequent ‡ korrupt ‡ selbstständig und autark ‡ Sorgfältig ‡ flexibel und anpassungsfähig
‡ Stur
Er lernt nur, was er lernen will. Für Theorien hat er wenig übrig, wenn er in ihnen keine praktische Anwendungsmöglichkeit sieht, Theoretiker und Herren der oberen Schicht nehmen sich seiner Meinung nach sowieso zu wichtig. Wenn er sich außerdem eine Meinung in den Kopf gesetzt hat, dann rückt er davon nicht ab, möge man ihm noch so oft mit besseren Argumenten begegnen.
‡ Unsensibel
Für die Feinheiten menschlicher Emotionen hat Ardin wenig übrig. Er selbst sieht die Welt aus einer zu funktionalen Perspektive um die sensiblen Empfindungen anderer Menschen verstehen oder respektieren zu können. Er sieht emotionale Reaktionen als voreingenommene Werturteile, die sich ein rational denkender Mensch nicht erlauben sollte. Ohne, dass er das je in dieser Art beschreiben könnte, ist das für ihn eher ein unbewusster Reflex, sodass er auf Emotionen häufig mit Ungeduld oder Spott reagiert. Umso tragischer ist es für ihn, dass er selbst nicht vor Emotionen gefeit ist und er hasst sich oftmals für diese – in seinen Augen – Voreingenommenheit. Oft genug sorgt er sich darum, dass seine eigenen Emotionen seinen Blick auf einen Fall trüben könnten und es ist seine größte Angst, aus persönlicher Befindlichkeit heraus einmal ein falsches Urteil zu fällen und dadurch einen Täter nicht zu fassen. Als Konsequenz daraus geht Ardin stiefmütterlich mit seinen eigenen Emotionen um, sperrt sie weg sobald er sie erkennt und unterdrückt sie fast routiniert. Aber oft genug geschieht es, dass sie, besonders wenn er überarbeitet und schlaflos ist, ein Schlupfloch finden und ihn die Contenance verlieren lassen. Dadurch neigt er zu plötzlichen Wutausbrüchen und privaten Momenten heftigen schmerzhaften Selbstmitleids, die ihm im Nachhinein oft unerklärlich erscheinen. So wenig wie er mit diesen eigenen Emotionen und Problemen anfangen kann, kann er also auch mit denen Anderer etwas anfangen. Er respektiert sie nicht bei sich und er respektiert sie nicht bei anderen. Zusätzlich liegt es ihm fast schon routiniert im Blut, andere vor den Kopf zu stoßen. Es bringt ihm Spaß zu scherzen und anderen wie mit einem Holzhammer seine Aussagen vors Gesicht zu knallen, als wäre es ein Spiel, zu beobachten wann sie die Haltung verlieren. Seine Art nach all der Zeit herauszufinden, wo für Andere die Grenzen liegen, die er bei sich selbst so wenig kennt.
‡ Maßlos & rastlos
Es scheint keine Grenzen für Ardin James zu geben. Kein Risiko, das er scheut, keine Aufgabe, die zu hoch ist, keine Gefahr, die zu groß ist. Ardin stürzt sich auf die Hürden, die zwischen ihm und seinem Ziel liegen und nimmt dabei wenig Rücksicht auf seine Gesundheit oder die anderer. Manchmal scheint es als fürchtete er den Tod nicht, dabei ist das Gegenteil der Fall. Aber wenn man Gefahren ausblendet, dann ist es fast so als wären sie nicht da und Skrupel halten einen immerhin nur auf. Sie holen ein erst ein wenn man gar nicht anders kann, als ihnen in die Augen zu sehen. Der Moment, der Ardin oft genug das Genick gebrochen hat und ihn dennoch nur wenig lernen lässt. Wenn man ihn so dabei beobachtet, wie er Risiken ins Gesicht lacht und erst vorsichtig wird wenn es um seine Familie und nicht nur ausschließlich um ihn selbst geht, könnte man meinen er hätte Spaß daran, sich selbst zum Äußersten zu treiben. Und tatsächlich scheint das fast wie eine Sucht, wird er doch ruppig und unausstehlich, wenn ihm viel zu schnell langweilig wird. Es sind diese Momente, in denen ihn nur seine Disziplin aus vergangenen Tagen bei der Ruhe hält und davon abhält zu schnell zu unleidig zu werden. Er hat gelernt, auf seine Weise mit dieser Problematik umzugehen: er sucht sich eine neue Unternehmung. Ohne jemanden damit zu belästigen. Außer vielleicht Otis Rhode, der durchaus unter dieser Angewohnheit zu leiden hat.
‡ Nicht teamfähig
Seine Kollegen in der H Division halten Ardin James für einen einzelgängerischen Griesgram, der besser mit Fäusten sprechen kann als mit Worten.  Jeder Sergeant, der ihm zugeteilt wird, hat für gewöhnlich eine Heidenangst vor seinem DI. Im Grunde ist diese Angst unbegründet, würde Ardin doch niemals einem Kollegen ans Fell gehen wenn er ihn nicht wirklich herausfordert – dann würde er den Angriff nicht unbeantwortet lassen – aber Sergeants mit knappen Beschimpfungen zu quälen ist einfach ein zu unterhaltsamer Sport. Einmal davon abgesehen, dass Ardins Ruf durch die Bow Street und seine für die H Division passable Aufklärungsquote sowieso schon ruiniert ist.

legt sich ungern fest und hält sich Optionen gerne offen hat wenig übrig für vage Vermutungen gutes technisches Grundverständnis aufmerksamer Beobachter mit Fokus auf Fakten belügt sich oft selbst in emotionalen Dingen genießt das Gefühl etwas wichtiges und neues zu tun, mag drumherum noch so viel Chaos herrschen braucht Abwechslung und Herausforderung Lebt im Hier und Jetzt trifft Entscheidungen durch logisches Analysieren auf Ordnung und Anstand bedachter Vater spricht nicht gerne über seine Gefühle harscher Ehemann, der selbst viele Breitseiten verträgt brutal wenn es sein muss hart arbeitend

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Do you know that


Sein tierischer Begleiter ist eine Dohle, die er nur abfällig Nuisance oder Jackdaw nennt. Er hat ihr gedroht, sie jedes Mal zu töten wenn sie in der Öffentlichkeit weiter als 50 Yards an ihn herankommt. Sie hat nach einigen Versuchen von selbst begonnen sich daran zu halten, hat aber genügend Schlupflöcher gefunden um Ausnahmen von der Regel zu schaffen. Einzig wenn sie nach Hause kommen, tritt die eine wahre Ausnahme von dieser Anweisung ein, gegen die Ardin nichts sagen kann, weil Ardins Frau Margory sich resolut dafür eingesetzt hat, den Vogel nicht vor der Tür sitzen zu lassen.

Ardin raucht hin und wieder Pfeife wenn es ihm die Ruhe erlaubt. Tatsächlich genießt er dann auch die eine oder andere gemeinsam mit Otis Rhode. Er sagt gerne, dass das die einzige Zeit des Tages ist, an der er Otis Rhodes Anwesenheit ertragen kann, weil er mit einer Pfeife im Mundwinkel die Klappe halten muss oder zumindest so nuschelt, dass man sein Gerede sowieso nicht mitbekommt.

Rumgrog oder auch Rum in Reinform ist Ardins Hausmittel um Fieber und Erkältungen vorzubeugen. Wasser lässt er seine Familie nur trinken wenn vorher ein Silberlöffel darin gelegen hat und Margory erinnert er regelmäßig daran, Zitronen zu kaufen, mögen sie noch so teuer sein. Er ist ein Gesundheitsfanatiker, der seit seiner Navy Zeit und vielen Gesprächen mit einem chronisch angetrunkenen Schiffsarzt jedes nur denkbare Hausmittel gegen Krankheiten, das ihm untergekommen ist, gesammelt hat und dafür von seiner Familie regelmäßig verteufelt und verspottet wird. Aber er lässt nicht davon ab, immerhin gibt ihm der Erfolg Recht, er musste noch keines seiner Kinder beerdigen. Ein Fakt, über den er heilfroh ist.

Mit Blut und Blutopfern kommt Ardin gut klar. Er hat als Surgeon’s Mate genügend davon gesehen um sich daran gewöhnen zu können. Sein zeremonieller Dolch ist ein Karambit, das er stupide wie ein Allzweckmesser verwendet und der Sache damit viel von ihrem zeremoniellen Charakter nimmt.

Kugeln, die Ardin selbst gießt, bestehen prinzipiell aus Silber, um im Zweifelsfall auch gegen Werwölfe wirksam zu werden.

Ardin hat keinen persönlichen Kontakt mehr zu seinen Geschwistern seit er 1813 Plymouth auf der HMS Severn verlassen hat. Den Briefverkehr mit ihnen hat er erst nach seiner Hochzeit mit Margory aufgenommen.

Seit er über die Fähigkeit des Traumwanderns verfügt, schläft Ardin nur noch wenn es nicht anders geht. Er fürchtet sich vor den Träumen anderer Menschen und ist daher oft übernächtigt und trägt tiefe Ringe unter den Augen. Oft zwingt nur Margory ihn dazu zu schlafen. Ihr Argument ist, dass die Übung den Unterschied machen und ihm die Kontrolle zurück geben wird, aber Ardin weiß, dass es ein langer Weg bis dorthin ist und nutzt die Fähigkeit daher nur wenn es keine andere Option für ihn gibt.

Die Zeit auf der Severn war hart für Ardin, aber sie hat ihn auch sehr geprägt. Und trotz all der Angst und den finsteren Dingen, die er dort erlebt hat, erinnert er sich heute auch gern an viele gute Dinge aus dieser Zeit. So packt er fast mit Stolz beim Trinken die alten Seemannslieder wieder aus, die er damals von den Matrosen gelernt hat und schlägt ab und an mit Sprichwörtern aus der Navy Zeit um sich.

Ardin wurde anglikanisch erzogen, aber er war nie sehr gläubig. Vielmehr wusste er in Frage zu stellen, was man sich über Gott alles erzählte, auch wenn er seine Gedanken für sich zu behalten wusste und erst an Bord der Severn begann er die tiefe Gläubigkeit seiner Kameraden zu respektieren und teilweise zu adaptieren. Später in London wurde jede Grundfeste seines Glaubens umgeworfen. Ironischerweise war es die Begegnung mit dem Teufel, die ihm wieder etwas von seinem Glauben zurück geben konnte. Seine Schlussfolgerung ist einfach: wenn der dunkle Herr versucht auf die Erde zurück zu kehren, dann muss es eine Macht geben, die ihn bislang daran hindert, es einfach zu tun. Sei es nun Gott oder sei es Gaia, wie sie die hellen Hexen anbeten. Er hält sich von Kirchen trotzdem fern und der Glaube ist nichts, auf das er sich verlassen würde. Dennoch feiern Margory und er jedes Jahr Weihnachten. Der Kinder wegen sagen sie. Ohne Gottesdienst, aber mit einem Truthahn, auf den sie jedes Mal sparen, und Margory versäumt es nie, Otis Rhode trotz aller Widersprüche zum Fest einzuladen.

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  • Augenfarbe: Dunkelbraun
  • Haarfarbe: Dunkelbraun
  • Größe: 1,66m
  • Statur: Stämmig & Robust

Besonderheiten


Hohe Stirn, krauses dünnes Haar, das bei Kontakt mit Wasser lockig wird; Bartträger; Grübchen in den Wangen beim Grinsen; Auffällig geringe Körpergröße; Deutlich sichtbare Ringe unter den Augen, die von häufigem Schlafentzug künden; Tätowierung der Zeichen ♦2 - ♣3 - ♥A an drei Fingern der rechten Hand, ein Running Flash aus dem Kartenspiel Brag, stammt aus seiner Zeit als Bow Street Runner; Tätowierung einer Meerjungfrau mit Anker auf der Oberseite des rechten Unterarms, stammt aus seiner Zeit als Matrose der Royal Navy; einige Narben aus der selben Zeit; wo er auftaucht sitzt häufig eine Dohle mit dunklem Gefieder, grauem Rücken und hellblauen Augen außen am Fenstersims oder auf einem Dachvorsprung, selten in seiner direkten Nähe.


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Kleidungsstil


Lange dunkle Hosen; weiße Leinenhemden; Braune Weste, der man ansieht, dass sie häufig getragen wird; darin eine gut behütete Taschenuhr mit verbeultem Deckel; im formellen Rahmen Krawatte, im informellen Rahmen so bald es geht ohne Krawatte; gedeckt dunkelblaues Wolljaquet, das bereits an einigen Stellen leiert; Im Winter Kersey Mantel gegen Kälte und Regen; Flacher dunkler Hut; Halbstiefel aus Leder; insgesamt ist Ardins Kleidung funktional, immer sauber gewaschen, aber benutzt, sodass man ihr das häufige Tragen ansieht; Wie jeder gute Brite, der der Unterschicht entstammt, besitzt er eine Sonntagsgarderobe, die nur zu besonderen Anlässen getragen wird, allerdings hat auch sie bereits bessere Tage gesehen; in privatem Rahmen trägt er gerne Wollpullover, die Margory gestrickt und als Glücksbringer stets eine ihrer Strähnen eingewebt hat; aus Navy Zeiten besitzt er noch altes Ölzeug, das mit Teer imprägniert wird, es kommt nur im Notfall zum Einsatz.


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  • Wesen: Dunkle Hexe
  • Gruppierung: Fraktionslos
  • Position: Keine
  • Fähigkeit: Dream Walking
  • Level: Anfänger
  • Beruf: Detective Inspector


Fähigkeiten


Ardin James ist nun seit 13 Jahren ein geschaffener Hexer, er hatte nicht die Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu einem Zeitpunkt in seinem Leben zu schulen, an dem junge Menschen noch flexibel und aufnahmefähig sind. Er hat sich seine Fähigkeiten erkauft, aber es fällt ihm schwer, mit ihnen umzugehen. Seine natürliche Begabung für Magie hält sich in Grenzen und seine Fähigkeit des Traumwanderns verfolgt ihn wie sein eigener Fluch. Wenn er sich auf jemanden konzentriert, schafft er es mittlerweile mit 30% Wahrscheinlichkeit, seinen Traum zu betreten, aber es kostet ihn viele Versuche mit zahlreichen Rückschlägen, über die er ausgiebig zu fluchen weiß. Er ist nicht gerne in anderer Leute Köpfe, aber er weiß die Notwendigkeit dieser Fähigkeit anzuerkennen und ihm ist bewusst, welchen Preis er für sie gezahlt hat. Mit Blutritualen und Zaubersprüchen kann er besser umgehen als mit seiner Begabung, beinhalten beide doch kontrollierbare Muster zu denen er das Wissen anderer Hexen aufsaugt so oft es ihm möglich ist. Dennoch funktioniert vieles, das er an Zaubern neu erlernt nicht auf Anhieb, weil es ihm schlichtweg nicht liegt, und frustriert ihn schnell.

Auch bringt er nur eine durchschnittliche Intelligenz und nur wenig Charisma mit. Wenn er sich äußert dann besticht er nicht unbedingt durch einen umfangreichen Wortschatz oder gute Ausdrucksweise. Sein Bildungsgrad ist nicht besonders hoch. Er kann lesen und schreiben, ersteres sogar sehr gut, aber letzteres kostet ihn viel Geduld, die er oft nicht hat.

Was er beherrscht ist, sich penetrant für etwas einzusetzen wenn er es sich in den Kopf gesetzt hat. Das Thema Überredung geht er dann auch mal etwas brutaler an. Allerdings ist er kreativ genug, um sich seine Mittel und Wege zu suchen wenn er sie benötigt. Wenn er einen Nutzen darin sieht, geht er ungewohnte neue Wege, versucht herauszufinden, wie Systeme und Mechanismen funktionieren und eignet sie sich rasch und ohne Zögern an. Damit bleibt er erstaunlich anpassungsfähig für einen so sturen Bock. Sieht er in etwas keinen praktikablen Nutzen, weigert er sich stur, sich damit zu beschäftigen.

Seine Kampfkünste sind aus der Erfahrung erwachsen. Bereits als Jugendlicher lernte er das Boxen, unter den Matrosen der Royal Navy wurde ab und an gerauft und eine Zeit lang hatte er Spaß daran, für Geld anzutreten. Seine Zeit als Bow Street Officer und sein gutes Verständnis für Technik haben ihn weiterhin sehr geprägt, sodass er im Kampf auch mal zu unkonventionellen Mitteln greift, deren Anwendung so sonst nur auf der Straße zu finden ist. Dabei ist er bei Bedarf schnell, wenn er muss auch stark, allein schon durch seinen stämmigen Körperbau, ist durch seine geringe Größe aber vor allen Dingen wendig und gewinnt Vorteil an seinem tiefen Schwerpunkt.


Früh in seinem Leben hat Ardin gelernt sich auch mit Waffen zur Wehr zu setzen. Er kann ganz rudimentär mit dem Degen umgehen, hat diese Fähigkeit aber seit der Navy Zeit nicht mehr benötigt und ist dementsprechend eingerostet. Daneben schießt er recht passabel, eine Fähigkeit, die er weitaus häufiger benötigt, und hat in der Navy und später in der Bow Street das Kugelngießen gelernt.

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Vergangenheit


1. Geburt
1801 wurde Ardin James als das vierte von später zwölf Kindern in Plymouth in Devon, England, geboren. Die Hafenstadt war erst ein Jahrzehnt zuvor zur Heimat der Eltern Patrick James und Maude James, geborene Gifford, geworden. Sie waren von den ländlicheren Regionen Devons in die Stadt gezogen, um in den China Clay Fabriken Arbeit zu finden. Die Familie gehörte zur Arbeiterklasse und damit zur Unterschicht, allerdings bot Portsmouth damals mehr Komfort für die chronisch unterversorgte Familie als das heutige London der Unterschicht gönnt.

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2. Kindesalter
In Plymouth aufzuwachsen bedeutete die See vor der Tür zu haben und damit jeden Tag ein Abenteuer. Dass der Hafen ein wichtiger Stützpunkt der Navy war, bedeutete, dass man von den Hügeln in der Umgebung regelmäßig einlaufende Kriegsschiffe beobachten konnte. Und tollte man am Strand oder an den Felsen entlang, war es nicht selten, dass einem seltsam anmutende Versteinerungen regelrecht vor die Füße fielen, für die hohe Herren mit wissenschaftlichem Interesse gutes Geld übrig hatten. Es gab immer etwas zu tun, Fischer, denen man half, den Fang von Bord zu bringen, Botengänge, Aushilfsarbeiten. Man musste sich nur schlau genug anstellen und rechtzeitig vor allen anderen zur Verfügung stellen. Ardin wurde bald raffiniert darin, sich Aufgaben zu besorgen und jeder Penny, den er nach Hause brachte, wurde zu seinem persönlichen Verdienst, der nur noch mehr seinen Ehrgeiz weckte. Es war selbstverständlich, dass jedes Kind, das gehen konnte, am Einkommen der Familie mitarbeitete und so nahm Ardin bald auch seine jüngeren Geschwister mit zu Aufgaben, die sich im Hafen boten. Auch dort war es nicht immer ungefährlich, raue Gesellen trieben sich dort herum, man musste auf sich aufpassen. Ardins jüngerer Bruder Joseph ertrank am Pier, ein Erlebnis das Ardin nicht mehr vergessen wird. Bis zu seinem zwölften Lebensjahr hatte Ardin damit von elf Geschwistern vier an den Typhus verloren und zwei an die See.

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3. Jugendjahre
1813 als Ardin gerade elf zwölf Jahre alt und absehbar geworden war, dass er bald die Sonntagsschule verlassen würde, starb seine Mutter am Kindbettfieber nach der Geburt des elften und letzten Geschwisterchens, das Ardin bekommen sollte. Patrick James blieb alleine zurück als Vater von sechs überlebenden Kindern. Früher als erwartet würde Ardin sich um eine Vollzeitbeschäftigung bemühen müssen. Aber zu dieser Zeit suchten viele Jugendliche Arbeit. Es kam der Familie zugute, so nah an der Küste zu leben. Der Krieg von 1812 war gerade entflammt, die amerikanische Ostküste war mit einer britischen Seeblockade versehen und weitere Schiffe sollten bei den West Indies hinzukommen. Die Royal Navy brauchte immer Männer und es war nicht selten, dass die Kriegsschiffe bei ihrer Station in Plymouth Presskommandos an Land schickten, um Männer im arbeitsfähigen Alter in den Dienst für König und Vaterland zu zwingen. Ein Spektakel ohne Gleichen, das dafür sorgte, dass die Stadt mit Einlaufen eines Kriegsschiffes für gewöhnlich nur noch von Frauen und Kindern bewohnt wurde. Der König zahlte bekanntlich nicht so gut wie die Handelsschiffe der East India. Neben den gepressten Seemännern galt allerdings seit 1795 auch eine Quotenregelung, die jede britische Gemeinde dazu verpflichtete, eine gewisse Anzahl von Freiwilligen jährlich zur Verfügung zu stellen. Patrick James gelang es im Frühjahr 1814 über diese Quote, zwei seiner Söhne an die Royal Navy zu verkaufen ohne dass sie den Presskommandos anheimgefallen wären, die ihm kein Geld eingebracht hätten.


Es war hart für den zwölfjährigen Ardin, sich an das Leben an Bord zu gewöhnen, zumal er bald von seinem Bruder getrennt wurde. Sie gelangten als Boys auf unterschiedliche Schiffe. Samuel blieb im Kanaldienst während Ardin auf die HMS Severn kam, eine erst ein Jahr zuvor in Dienst gestellte Endymion-Class Fregatte mit 44 Kanonen, die einen Konvoy von England zu den Bermudas begleitete und später in der Chesapeake Bay an der Ostküste Nordamerikas stationiert wurde um in den Nachwehen des Kriegs von 1812 den Patuxent River zu blockieren. Bis 1815 blieb die Severn in die Kämpfe verwickelt. Ardin wurde in dieser Zeit vom Boy zum Seaman und freundete sich mit dem Schiffsarzt der Severn an, der den Vierzehnjährigen zwischen Geschützfeuer und Segeldrill unter seine Fittiche nahm. 1816 segelte die Fregatte nach Gibraltar und nahm an dem Bombardement von Algier teil. Während des Gefechts zog sich Ardin mehrere Verletzungen durch Holzsplitter zu, die allerdings nicht allzu tief waren und sich ohne größere Entzündungen heilen ließen. Der Schock saß tiefer als die Verwundung. 1817 blockierte die Severn gemeinsam mit anderen königlichen Schiffen den Schmuggel vor den Küsten von Kent und Sussex. Sie nahm im Laufe des Jahres mehrere Schmugglerboote mit Spirituosen an Bord hoch.


1822 schließlich segelte die Fregatte mit Zwischenstopp in London nach Portsmouth um dort auf Reede gelegt und aufgebrochen zu werden. Ein Großteil der Besatzung ging in London von Bord um sich von dort aus ein neues Schiff zu suchen. Darunter der gerade zwanzigjährige Ardin.

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4. Erwachsenenalter
London war eine fremde Welt, noch so viel mehr Stadt als Plymouth, lauter, dreckiger. Und das, trotz der vergleichsweisen großen Bewegungsfreiheit verglichen mit den engen Decks eines Kriegsschiffes. Ardin hatte nicht vor lange zu bleiben. Er wollte versuchen auf ein Schiff der East India zu wechseln, bei der die Heuer höher ausfiel als bei der Navy. Aber aus seinen Plänen wurde nichts. In einer Taverne bei den Docks lernte er die Kellnerin und Wäscherin Margory Flint kennen. Wie er stammte sie aus der Unterschicht und hatte eine Jugend im Arbeitshaus hinter sich. Zutiefst verliebt beschlossen sie zu heiraten. Von Margorys Mitgift, die größtenteils aus der Aussteuer bestand, und Ardins Prisengeldern schufen sie ihren eigenen Haushalt in einer Londoner Mietskaserne. Margory fand eine Vollzeitanstellung als Wäscherin. Ardin dagegen beschloss, nun da er Margory hatte, nicht zurück auf See zu gehen. Das ließ ihm allerdings nur wenige Alternativen. Er hätte versuchen können Anstellung in einer der zahlreichen Fabriken Londons zu bekommen, aber er erinnerte sich noch zu gut an die Strapazen, die sein Vater in der China Clay Fabrik erlitt und wollte nicht auf dieselbe Weise enden, jeden Tag den selben Handschlag tun zu müssen.


Durch die Erfahrungen der Schmugglerblockade der Servern auf den Geschmack gekommen bewarb sich Ardin bei einer lokalen polizeiähnlichen Ordnungsstation in London, die eigentlich ständig Männer suchte. Aber die Kriterien für Rekruten beinhalteten eine Mindestkörpergröße, Ardin wurde abgelehnt. Frustriert über die Absage, die er mit wortreichen Argumenten abzuwenden versucht hatte, betrank sich Ardin in der nächsten Hafenspelunke, nur um sich wenig später mitten in einer Prügelei mit einem hochgewachsenen Kerl wiederzufinden.


Dieser Mann nannte sich Otis Rhode, war ehemaliger Soldat und es sollte sich herausstellen, dass Ardin James ihn nie wieder ganz loswerden würde. Ihr Kampf wurde beendet. Sie wurden von einer Gruppe Bow Street Officer aufgegriffen, einer kleinen elitären Polizeieinheit, und anstatt im Zuchthaus zu landen, wurden sie eingestellt. Zunächst für niedere Aufgaben, Botengänge und dergleichen. Aber Stück für Stück vertraute man ihnen größere Aufgaben an, bis sie Teil der Bow Street Police Station wurden und damit fremde Welten betraten. Ardin lernte die Ermittlungsarbeit kennen und entdeckte dabei ganz nebenbei neue Wege an Geld zu gelangen. Die Runner genossen einen gewissen Ruhm, sie wurden zu Festivitäten eingeladen, auf die Ardin nicht in dreißig Jahren gelangt wäre, und hatten sich angewöhnt sich nicht nur die lukrativsten Fälle zu suchen sondern auch ein Nebengeschäft aufzubauen indem sie ihre Dienste privaten Personen anboten. Ardin hatte das System bald durchschaut und adaptiert. Immer dabei: Otis Rhode. Seit man sie gemeinsam aufgegriffen hatte, schien man in der Schichtverteilung einen Kreuzzug gegen Otis' und Ardins gegenseitigen Hass zu führen, überzeugt davon, sie würden sich schon vertragen, würde man sie nur oft genug zusammen stecken. Das Gegenteil war der Fall.



Die Bow Street war geprägt von Rivalität, Neid und Gier. Hinter der hübschen Fassade und der effizienten Arbeit, die jede andere Polizeistation in den Schatten stellte, steckte disziplinierte Zielstrebigkeit und undisziplinierte Erfolgssucht. Aber innerhalb dieses Haifischbeckens, gab es eine Gruppe von Bow Street Officers, die sich nicht ohne Grund selbst Runner nannten, wie es die Straße zu tun pflegte, obwohl die Officers diese Bezeichnung für gewöhnlich für abfällig und abwertend hielten. Diese Runner genossen den zweifelhaften Ruf, nicht besser zu sein als jene, die sie jagten. Sie hatten gelernt sich auf der Straße zu bewegen, Netzwerke zu schaffen, sich an Fällen festzubeißen wie ausgehungerte Schießhunde. Ardin James und Otis Rhode wuchsen in diese Gruppe hinein und zum Verdruss des jeweils anderen wurden sie gut in dem was sie taten. Heute tragen sie die Tätowierung eines Runs aus dem Kartenspiel Brag auf den Fingern als Erinnerung an diese Zeit davon.


Nicht nur diese Zeichen sollten die Officers Rhode und James bald gemeinsam haben. 1837, es war nun fünfzehn Jahre her, dass die beiden heutigen Bow Street Officer am Brunswick Quay aufgegriffen worden waren, kam ein Punkt in Ardins Leben, an dem sich alles um 180 Grad wendete. Margory war mit ihrem zweiten Kind schwanger, nachdem sie und Ardin nach der Geburt des ersten Kindes eine ganze Weile enthaltsam gewesen waren – sie hatten nicht den selben Fehler machen wollen wie ihre Elterngeneration – und Patrick war gerade zwölf Jahre alt geworden. Otis‘ Frau Judith war zur selben Zeit schwanger und ihre Ankündigung war der Grund dafür gewesen, dass Margory erneut Mutter hatte werden wollen, alle Warnungen und Sorgen in den Wind schlagend. Immerhin brachte die Arbeit in der Bow Street gutes Geld. Unerwartet gutes Geld. Sie würden sich um die Versorgung einer größeren Familie keine Sorgen machen müssen, ein Gedanke, den sich weder Ardin noch Margory vor der Bow Street hätten vorstellen können.


Aber das Glück wurde getrübt. Rhode und James arbeiteten zu dieser Zeit an einem Mordfall, der als die Silverback Murders bekannt werden sollte. Ein Mann brach in die Wohnungen junger Wäscherinnen ein, vergewaltigte sie und tötete ihre Kinder. Niemand hielt die Fälle für wichtig, sich in persönliche Angelegenheiten der Bewohner Londons einzumischen war gesetzlich verboten und die finanziell gut situierten Opfer fehlten, um den Fall lukrativ zu machen. Für Rhode und James aber war der Fall mehr als nur persönlich. Nicht nur durch Margorys Anstellung als Wäscherin, sondern auch durch die jungen Schwangerschaften der beiden Frauen. Mit regelrechter Verzweiflung trieben Ardin und Otis die Suche nach dem Täter voran und es war diese Verzweiflung, die sie dazu brachte, sogar etwas auf die lächerlichen Worte eines Scharlatans zu geben, der sich als Hexer verkaufte und ihnen versprach ihnen Zugang zu Mächten zu gewähren, die es ihnen ermöglichen würden, ihren Fall zu lösen. Ardin glaubte keine Sekunde an den hohen Wahrheitsgehalt dieser Worte bis er dem Teufel höchstselbst gegenüber stand um ihm seine Seele zu verkaufen.


Seit diesem Tag wird Ardin James unablässig von einer aufdringlichen Dohle verfolgt. Er darf sich einen Hexer nennen, wie sehr er diesem Wort gerecht wird, ist allerdings zweifelhaft. Die fremden, stümperhaft verwendeten Fähigkeiten, geschult durch erkaufte Unterweisungen anderer Hexer, gereichten Rhode und James schließlich bruchstückhaft zum Erfolg. Sie fassten den Mörder, ihre Familien waren in Sicherheit.


Leider nicht so sicher, wie gehofft. Der Handel mit dem Teufel hatte seine Bedingungen enthalten. Bedingungen, die über Ardins oder Otis‘ Schicksal hinaus gingen. Sie sollten die Seelen ihrer Frauen ebenfalls dem Teufel weihen oder sich von ihnen trennen. Beide Optionen kamen für Ardin nicht in Frage und doch musste er sich entscheiden. Im Gegensatz zu Otis entschied er sich für die Flucht nach vorn. Er sprach mit Margory über alles was geschehen war und letztendlich war sie diejenige, die nach langen Gesprächen die Entscheidung traf, selbst eine Hexe zu werden. Ihr gemeinsamer Preis war hoch und hätte Margory nicht insistiert, Ardin hätte nicht zugelassen, dass sie ihre Seele fortgab um sein Schicksal zu teilen, lieber hätte er ihr aus der Ferne Geld zukommen lassen und ihr ein Leben in Freiheit ermöglicht. Aber Margory ließ nicht zu, dass er ging. Und so stellten sie sich dem größten Preis, den Eltern zu zahlen gezwungen werden können. Ihre Kinder fortzugeben. Patrick war sicher bis zu seiner Volljährigkeit. Aber 1833 als er achtzehn Jahre alt wurde, mussten sie sich von ihm trennen. Mit Otis‘ Hilfe organisierte Ardin eine Überfahrt für den Jungen nach Nordamerika. Seither führt er ein Leben auf einem anderen Kontinent, nur über Briefe mit seiner Familie verbunden. Zu Ardins und Margorys großer Freude fiel Patrick das neue Leben nach den ersten heftigen Attacken von Heimweh leicht, er fand eine Frau und machte Margory und Ardin 1845 zum ersten Mal zu stolzen Großeltern, wenn sie auch wussten, dass sie ihre Enkel niemals selbst zu Gesicht bekommen würden.

Es war hart, diesen Weg zu gehen und doch kann Ardin nicht leugnen, dass er froh darüber ist, dass Margory und er diese Entscheidungen getroffen haben als es notwendig war. Das dunkelste Beispiel wie es ebenfalls hätte kommen können, ist für ihn das Schicksal von Otis‘ Familie. Und es ist dieser eine Tag im Jahr, der Todestag von Judith Rhode, an dem zwischen Otis und Ardin ein unabgesprochener Waffenstillstand herrscht und kein so häufig inflationär verwendetes schlechtes Wort zwischen ihnen fällt.


Das dunkle Schicksal der Familie Rhode war noch nicht absehbar, und Margory machte sich um einiges besser als Hexe als Ardin, der zunehmend unter Schlafmangel litt, als die Stimmen lauter wurden, die die Abschaffung des Bow Street Police Office forderten und immer mehr an Gehör gewannen. Es war zu dieser Zeit als Ardin – wieder einmal gemeinsam mit Otis – in die geheime Detective Einheit der neugegründeten Metropolitan Police beordert wurde. Ardin ärgerte sich zutiefst, gemeinsam mit Otis Rhode ausgewählt worden und damit nur noch mehr an ihn gebunden zu sein. Aber all das verblasste als Otis‘ Frau Judith Selbstmord beging.


Kurz nach Judiths Tod wurde die Detective Einheit legalisiert und in die Met Police eingegliedert, die Bow Street wurde ebenfalls aufgelöst. Otis‘ schlechter Ruf brachte ihn in die H Division nach Whitechapel und Ardin, dessen Wohl und Wehe scheinbar aus Sicht der Personalentscheider unverrückbar mit dem von Otis Rhode zusammenhing, wurde mitversetzt. Zu seinem nur noch größeren Ärgernis. Sie waren eine Anomalie in jeder Hinsicht. Man machte sie zu Detective Inspectors obwohl dieser Posten normalerweise nur der Mittelschicht zustand, aber ihre Vergangenheit bei der Bow Street ließ sich nicht so leicht unter den Teppich kehren wie vermutlich erhofft. Sowohl was ihren Posten anging, als auch was ihre Arbeitsweise anging. Es war ein deprimierender Fakt, dass Otis Rhode der einzige Ermittler der H Division war, der wirklich verstand wie Ardin arbeitete. Vielleicht spielte es in der H Division auch einfach keine Rolle wenn die Inspector Posten an die Unterschicht gingen. Wen kümmerte es schon im East End.


Aus Sorge, die Frauen der DIs könnten bestechlich werden, forderte man Margory auf, ihre Tätigkeit als Wäscherin aufzugeben. Sie arbeitete im Geheimen weiter. Denn mittlerweile war sie vielfache Mutter, nachdem Ardin und sie gemeinsam beschlossen hatten, dem Teufel zumindest mit der Anzahl ihrer liebevoll umsorgten Nachkommenschaft ein Schnippchen zu schlagen und zumindest jene Kinder großzuziehen, die sie nicht fortgeben mussten. Zusätzlich hatte Margory darauf bestanden, Otis‘ Sohn bei sich aufzunehmen, der nach der grausamen Misshandlung durch seine Verwandtschaft ohne Heim war. Die Familie brauchte das Geld. Und so wurden Ardins Bemühungen, eben jenes aus jedem Winkel zu ziehen, auch in der Leman Street nicht weniger.

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5. Gegenwart
Heute ist Ardin James 48 49 Jahre alt und gehört damit zu den Alten seines Fachs. Dass er noch im Dienst steht, ist vermutlich seiner Zähigkeit geschuldet. Die meisten Polizisten schaffen es gerade bis zur Dreißig, bis sie verbraucht sind. Vielleicht ist es Ardins Glück, früh genug für den Detective Branch herangezogen worden zu sein und heute Detective Inspector der H Division der Metropolitan Police zu sein, sodass seine tägliche Arbeitszeit mit acht Stunden eine der mit Abstand kürzesten Schichten des viktorianischen Londons ist. Besser macht es die Dinge nicht. Die Familie ist in eine Mietswohnung in Whitechapel gezogen. Ardin hat darauf geachtet, dass die naheliegende Wasserpumpe von der Lambeth Water Company versorgt wird und auch sonst tut er alles, um auf die Gesundheit seiner Familie zu achten. Er wüsste sie gerne in einem anderen Stadtviertel, aber seine Arbeit zwingt ihn zu kurzen Wegen und so macht er das beste daraus, indem er das Mietshaus unter seinen Schutz gestellt hat und von den Nachbarn das Schutzgeld eintreibt, das er angeblich benötigt, um im Haus für Sicherheit zu sorgen – mit großzügigem Einverständnis der Vermietungsgesellschaft.


Auch sonst ist Ardin clever darin, Geld zu verlangen, wo es ihm nur möglich. Jeder zusätzliche Meter wird angerechnet. Jede Verhaftung, jeder Besuch vor Gericht. Das Police Office zahlt es. Immerhin hat Ardin Mäuler zu stopfen. Nach wie vor auch das von Ben Rhode, Otis‘ Sohn, der heute gemeinsam mit Ardins Sohn Frederick eine Lehre zum Schuster begonnen hat. Im Gegensatz zu ihren Vätern sind die Kinder beste Freunde. Und Margory hält es den Männern nur zu gerne vor, dass sie sich nicht verstehen, obwohl Otis ein häufig von ihr eingeladener Gast im Haus ist. Die Beiden DIs arbeiten noch immer in der selben Station. Nach all der Zeit. Und es wird immer klarer, dass der eine den anderen in diesem Leben nicht mehr loswerden wird. Sei es wegen des Jobs oder sei es wegen der Hexerei, die sie gemeinsam versuchen voranzubringen und unter der sie im Grunde auf ähnliche Weise leiden ohne es laut auszusprechen. Es schweißt zusammen, wenn man gemeinsam seine Seele verkauft. Zwangsläufig. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass man sich deshalb gut verstehen muss. Ardin hasst Otis auf eine fast schon vertraute Art und Weise. Trotzdem scheint er in der H Division der Einzige zu sein, der versteht, wie Ardin arbeitet. Und so kommt es, dass Rhode eben doch ständig da ist. Beim Abendessen, bei einer Pfeife, bei der Besprechung eines Falls, der ihn eigentlich nichts angeht, aber vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei, selbst wenn sie schielen.


Es könnte gut so sein, wären da nicht noch die Kinder. Otis‘ Sohn, dessen Schicksal ungewiss ist. Frederick, das einzige verbliebene Kind im Haushalt James, das vor dem Seelenverkauf der Eltern zur Welt kam. Der Junge weiß, dass die Möglichkeit im Raum steht, er könnte mit Volljährigkeit zu seinem Bruder Patrick in die USA ziehen, und sieht der Idee freudig entgegen, stets davon träumend Ben Rhode mitzunehmen wenn es soweit ist. Aber er weiß nicht, wie konkret diese Pläne sind und wie anders es mit Ben kommen könnte. Dennoch, es sind seine Eltern, denen es schwerfällt loszulassen. Die ihrem Kind viel zu oft über den Kopf streichen als könnten sie es auf diese Weise irgendwie festhalten. Margory nimmt es tapfer. Jedes Mal wenn Ardin zweifelt, fängt sie ihn auf. Auch sie hat ihre schwachen Momente, ohne ginge es nicht. Aber sie kommen durch. Irgendwie. Und dann sind da ja noch die übrigen Kinder. Allesamt mit Magie geboren, müssen sie lernen mit ihren Fähigkeiten umzugehen und jeden Tag ist es aufs Neue eine Herausforderung, Hexen aufzuziehen, ohne selbst genügend Erfahrung mit der Magie zu haben. Ein Grund mehr für Ardin, so viel Wissen darüber zu erkaufen wie nur irgend möglich. Wenigstens gehören die Seelen der Kinder ihnen selbst und das ist der einzige Widerstand gegen den Teufel, den Margory und Ardin haben. Er hofft, dass sie eines Tages einen anderen, einen besseren Weg wählen. Bis dahin tut er gnadenlos alles um die Mittel aufzutreiben, die es benötigt, um ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen. Dafür steht er jeden Morgen auf und macht seinen Job. Egal wie viel seines Glaubens an die Menschheit es ihn kostet.

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Beziehungen


Otis Rhode » Kollege bei der H Division der Metropolitan Police
47 Jahre # Detective Inspector # Verwitwet # Unterschicht # Dunkle Hexe
Einst bei einer erbitterten Prügelei vor dem Brunswick Quay aufgegriffen, waren Ardin und Otis die größte Zeit ihres Lebens wie zwei gegeneinander aufgehetzte Rennpferde, ständig in hasserfüllter Rivalität zueinander und doch brachte keiner von ihnen je bessere Leistung als wenn sie dieselbe Runde rannten. Inzwischen sind sie alte Gäule, schon viel zu lange derselben Kutsche vorgespannt, um die Feindschaft noch mit derselben Leidenschaft fortzuführen wie einst in jungen Jahren. Zu Freunden macht sie das noch lange nicht. Aber sie haben schlicht zu viel gemein, brauchen einander zu sehr um in diesem Leben noch voneinander los zu kommen.

Eden Conway » Nachbarin
17 Jahre # Näherin # frei, aber nur selten allein # Unterschicht # Werwolf
Eden Conway und ihre Geschwister leben im selben Mietshaus wie die Familie James. Während die Dachkammer der Conways im obersten Stockwerk zu finden ist, liegt die Wohnung der James einen Stock darunter. Wie von jedem Nachbarn fordert Ardin Schutzgeld von Eden ein. Für den Frieden des Mietshauses und dafür, in den richtigen Momenten wegzusehen. Während Margory gut mit der jungen Frau zurecht kommt und hin und wieder ein Auge auf sie und ihre Geschwister hat, ist das Verhältnis zwischen Ardin und Eden Conway daher ein eher geschäftliches und nicht immer einfaches wenn Eden wieder einmal versucht die Schutzsteuer zu prellen.


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Ardin James - von Ardin James - 20.01.2022, 17:43
RE: Ardin James - von Ardin James - 20.01.2022, 17:48
RE: Ardin James - von Ardin James - 16.02.2022, 16:04
RE: Ardin James - von Ardin James - 16.02.2022, 16:56



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